Reinigung, Schweißarbeiten und eine neue Befestigung: So wurde das Ernst-August-Denkmal für die kommenden Jahre fit gemacht.
Wer täglich über den Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof läuft, wirft meist nur einen kurzen Blick auf Hannovers bekanntestes Denkmal. Doch in den vergangenen Wochen war die markante Reiterstatue eingerüstet. Der Grund: Der Kopf des berühmten Reiterstandbilds musste gesichert, restauriert und neu ausgerichtet werden. Die Arbeiten übernahm die Metallwerkstatt Siebert im Auftrag der Deutschen Bahn.
„Bei einer früheren Restaurierung wurde der Kopf des Denkmals mit einem leichten Versatz aufgesetzt, der für den normalen Betrachter nicht sichtbar war. Das sollten wir beheben“, erzählt Axel Siebert. Diese Maßnahme hatte jedoch nicht nur optische Gründe. Nach der Neuausrichtung sollte der 140 Kilogramm schwere Kopf auch noch zusätzlich gesichert werden, um ein mögliches Herunterfallen zu vermeiden. „Wenn der auf den Kopf fällt, dann hilft auch kein Helm mehr“, stellt Siebert fest.
Damit Axel Siebert und sein Team die Arbeiten sicher durchführen konnten, brauchten sie ein Gerüst. Das kam von Gerüstbau Kunkel. Das Unternehmen errichtete eine acht Meter hohe Sonderkonstruktion rund um das Denkmal. Rund 150 bis 200 Kubikmeter Gerüstmaterial wurden innerhalb eines Tages aufgebaut und nach den Arbeiten an einem Tag wieder abgebaut.
Doch nicht nur der Kopf von Ernst August wurde restauriert. Die gesamte bronzene Statue wurde einmal gereinigt. Denn auch Bronze ist laut Siebert nicht vor Alterungsprozessen geschützt. „So wie ein Auto anfängt zu rosten, kann auch eine Bronze Schaden nehmen“, erklärt der Metallbaumeister. Ablagerungen und sogenannte Säurebildner können die Oberfläche langfristig angreifen und müssen deshalb regelmäßig entfernt werden.

Nach der Reinigung wurde der Kopf demontiert und in die Werkstatt transportiert. Dort wurden Schäden wie Risse in der Bronze durch Schweißarbeiten behoben. Besonders wichtig war dies am prächtigen Federbusch des Königs. „Der wiegt allein schon gute 30 Kilo. Damit da nicht irgendwann etwas abbricht, waren Bronzeschweißarbeiten notwendig“, sagt Siebert.
Während der Kopf des Königes in der Werkstatt restauriert wurde, überarbeitete das Team vor Ort die Befestigung und ertüchtigte sie. Verwendet wurden dabei ausschließlich dauerhaft korrosionsbeständige Materialien.

Rund drei Wochen dauerte das Projekt von der Baustelleneinrichtung bis zum Abbau des Gerüsts. Wie lange die Restaurierung einer Statue dauert, hängt laut Siebert von den jeweiligen Schäden und dem Umfang der Arbeiten ab.
Auch wenn die Arbeiten an der Ernst-August-Statue vergleichsweise schnell abgeschlossen waren, war sie doch etwas Besonderes: „Die Bedeutung des Denkmals für Hannover ist definitiv etwas Besonderes“, betont Siebert. Schließlich diente der Platz vor dem Hauptbahnhof seit Generationen als beliebter Treffpunkt. Kaum ein Ort in der Stadt ist so bekannt wie „unterm Schwanz“.

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