Harte Reaktion auf Mängelrügen
Wütender Handwerker greift mit Bagger an
Selbstjustiz im hohen Norden: Eine Kundin macht Mängel am Neubau geltend, der Bauunternehmer rastet aus, demoliert das Haus mit einem Kettenbagger - und bekommt dafür sogar Beifall.
Tatort Bad Schwartau in Schleswig-Holstein: Bauunternehmer Torsten E. und eine Bauherrin treffen sich zur Abnahme eines Neubaus. Sie hat Gutachter und Rechtsanwalt dabei, macht Mängel geltend. Es kommt zum Streit - nicht zum ersten Mal. Schon vorher habe es zwischen den Beteiligten Meinungsverschiedenheiten gegeben, berichtet die Polizei.
Schließlich verlässt der Bauunternehmer wütend das Haus. "Das werdet ihr bitter bereuen", habe er noch gedroht, beichtet die Ostsee-Zeitung.
Am Nachmittag kommt Torsten E. mit einem Kettenbagger zurück. Das Haus steht leer. Den Bagger hat der Handwerker extra gemietet. Damit reißt er die Garage neben dem Neubau ein, dann sind Fenster und Hauswand auf der Rückseite fällig.
10 Minuten dauert der Spuk, berichtet ein Augenzeuge in der Ostseezeitung. Anschließend setzt sich der Handwerker in sein Auto zu seiner wartenden Frau und fährt weg.
Kommentar des Gutachters: "So etwas habe ich meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Von so etwas auch noch nie gehört."
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- so mancher scheint sich klammheimlich über die Bagger-Attacke zu freuen.

4 Kommentare zu "Wütender Handwerker greift mit Bagger an"
Der Bagger war schon richtig aber gleich so doll, wohl eher nicht. Die Gerichte sind ja auch meist überflüssig und Schuld an solch Reaktionen. Es gibt auch ein Bauvorderungssicherungsgesetz was nicht einmal Staatsanwälte kennen.
Ich habe mal eine Garagenbodenplatte erstellt und die Bezahlung bar gegen Rechnung auf der Strasse vereinbart. Wie meist üblich hatte die Bodenplatte Schwindrisse durch zu schnelles austrocknen (kein Wasseranschluss auf der Baustelle vorhanden) Bei übergabe der Rechnung hies es Die Bodenplatte hat Risse und somit Mängel, was können wir denn da machen wo ich auch nur 500,- Euro zu wenig bei habe. Korrekt wie ich bin quittierte ich den erhaltenen Betrag auf der Rechnung mit dem verbleib abzgl 500,- Einbehalt wegen Mängel, was nur nachweisen sollte warum weniger quittiert wurde als der angegebene Rechnungsbetrag. Wie jeder Baufachmann weis , ist eine Bodenplatte kein Fertigfussboden und darf gewisse Tolleranzen und Rissbildung haben. Leider meinte der Richter Sie haben ja die Mängel mit abzgl 500,- Einbehalt wegen Mängel zugegeben und somit kein Anspruch auf die 500,- Euro. Der Bauherr hat mich sicher ausgelacht aber ich hatte kein Kettenbagger.
Mir lacht auch das Herz bei solchen Aktionen :-)
Ihr habt ja schon mal über ein ganzes Buch ("Handwerkerverschwörung") mit solcher geballter Selbstjustiz berichtet http://handwerk.com/therapie-fuer-frustrierte-handwerker/150/4/29306/
Ich freue mich dran, habe mir das aber leider nicht getraut!
Ich bin begeistert - auch von der Reaktion darauf.
Wir hatten gerade wieder eine Baustelle, da hätten bei einer solchen Aktion sicher alle beteiligten Handwerker Beifall geklatsscht: Ein Mitarbeiter vom Bauamt, der die Firmen wohl komplett zur Weissglut gebracht hat. keine Baufreiheit, ständige Änderungen, die zu Zusatzleistungen führten usw. Zum Elektriker hat er dann gesagt, es seien (mündlich) andere Schvereinbart gewesen - bitte entfernen. Unsere Heizung bezahlt er nicht, weil er nicht prüfen könne, ob es warm wird und das kann er erst feststellen, wenn er dichte Türen drin hat, was seit September nicht erfolgt - wir sollten alle beim Bau-Zechpreller mitmachen und solche Kunden eintragen. Ich berichte auch mal später, was wir nun vorhaben und wie es geklappt hat.
Ich denke bei diesem Fall an den Zimmermann, der den nicht bezahlten Dachstuhl mittels Kettensäge zu Brennholz zerlegt hat. Ein Maler schrieb dazu, ich habe dem Zimmermann 50,00 € für seine tolle Tat überwiesen, aber das reicht nicht um den Schaden wieder zu beseitigen. Denn obwohl der Kunde nicht bezahlt hatte, war der Dachstuhl Eigentum des Hausbesitzers. Eine absolute Frechheit in unserer Rechtssprechnung. Auch bei legaler Vorgehensweise, die bei unseren Gerichten sehr lange dauern, ist in der Regel der Handwerker der "Doofe". Ich würde mir wünschen, das Politiker diesem Treiben ein Ende setzen. Mit freundlichen Grüßen Detlef Wartemann