14.04.2009
0 Bewertung(en) Rating
Schriftgröße

"Wir packen mit an"

Selber Leitungen verlegen? Kein Problem. Das Dach dämmen? Kann doch jeder. Offenbar setzen Häuslebauer auch bei anspruchsvollen Leistungen vermehrt auf den Faktor "Muskelhypothek". Wie reagieren Sie auf die neue Knausrigkeit?

Selber Leitungen verlegen? Kein Problem. Das Dach dämmen? Kann doch jeder. Offenbar setzen Häuslebauer auch bei anspruchsvollen Leistungen vermehrt auf den Faktor "Muskelhypothek". Wie reagieren Sie auf die neue Knausrigkeit?

Wirtschaftskrise, geizige Banken, wackelige Finanzierungspläne – der folgende Satz dürfte in den kommenden Monaten häufiger auf Deutschlands Baustellen zu hören sein: "Da packen wir mit an." Doch lohnt sich die Eigenleistung überhaupt?

Der Verband Privater Bauherren (VPB) beantwortet diese Frage in der Kölnischen Rundschau mit einer Musterrechnung: "Wer zum Beispiel in München ein Reihenhaus baut, mit drei Etagen einschließlich Keller und 140 Quadratmeter Wohnfläche, kann bei reinen Baukosten von 275.000 Euro höchstens 25.000 Euro einsparen."

Der Preis, den der Häuslebauer für die Preisersparnis zahle, sei hoch. Denn dafür müsse er "fast 850 Stunden auf der eigenen Baustelle schuften". Und "richtig gerechnet" entspreche das der Arbeitszeit von einem halben Jahr, zitiert die Rundschau einen VPB-Sprecher.

Weitere Argumente gegen die Eigenleistung: Laien fehle meist die Routine – und das richtige Werkzeug. Prinzipiell könne es sich zwar auszahlen, wenn der Bauherr selbst den Pinsel schwingt. Doch "schon an einer Galerie mit Luftraum scheitern Malerlaien regelmäßig".

Ein anderes Problembeispiel: Wer die Dachschrägen "gut dämmt und verkleidet, spart mit rund 130 Stunden Arbeit 4100 bis 5300 Euro Lohn". Wer dabei allerdings schlampig arbeite, würde das Gesparte via Heizkosten sukzessive wieder durch die Ritzen hinausblasen.

Wer selbst baut, der braucht Know-how und sehr viel Zeit, schlussfolgert die Rundschau. Wer sich übernehme, riskiere "Pfusch am Bau und Verzögerungen". Konsequenz: "Ein Profi muss teuer nachbessern, die Bauzeit ufert aus, die Kosten der Zwischenfinanzierung steigen."

Wie reagieren Sie auf die neue Kunden-Knausrigkeit? Auf Ihre Vorschläge fürs Kundengespräch sind wir gespannt!

Weitere Artikel:

Solche Ideen zerstören das Handwerk

(sfk)

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?

Kommentar erstellen

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» refresh)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.