28.05.2013
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Kein gleiches Recht für alle

Wer muss Mindestlohn zahlen?

Was bedeutet das konkret für die Friseure, Herr Jeziorowski?

Im April haben eine Reihe Landesinnungsverbände der Friseure in einer Tarifgemeinschaft einen gemeinsamen Entgelttarifvertrag mit der Gewerkschaft Ver.di geschlossen. Allerdings müssen die Landesinnungsverbände diesen Tarifvertrag erst noch ratifizieren. Wenn das geschehen ist, würde der Tarifvertrag zunächst nur für alle Innungsbetriebe in jenen Bundesländern gelten, deren Landesinnungsverbände zur Tarifgemeinschaft gehören.

Bezahlen müssten diese Arbeitgeber das Mindestentgelt all jenen Arbeitnehmern, die ver.di-Mitglied sind.

Die Tarifparteien wollen allerdings die bundesweite Allgemeinverbindlichkeit beantragen. Dann würde der Mindestlohn für alle gelten, egal ob Innungs- und Gewerkschaftsmitglied oder nicht.

Und was wird dann aus alten Tarifverträgen?
Solange die neuen Verträge nicht ratifiziert wurden, gelten alle bisherigen Tarifverträge in ihrer bisherigen Form weiter, zumindest dann, wenn sie nicht gekündigt werden.

In Niedersachsen haben wir zum Beispiel einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag, der zwar Ende 2011 ausgelaufen ist, aber von keiner Seite gekündigt wurde. Folglich müssen alle Friseurbetriebe in Niedersachsen zumindest vorerst weiter einen Mindestlohn von 7,51 Euro pro Stunde zahlen. Darüber hinaus haben wir eine unverbindliche Tarifempfehlung abgegeben, schon jetzt mindestens 7,84 Euro zu zahlen. Diese Empfehlung ist allerdings nicht bindend.

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  (jw)

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