11.08.2009
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Betriebsnachfolge

Wenn der Ex-Inhaber zur Altlast wird

Spätschäden einer Betriebsnachfolge: Früher war er der Chef, jetzt stört er Kunden und Mitarbeiter. Doch was lässt sich tun, wenn der bisherige Inhaber nicht loslassen will? Ein Unternehmer kämpft gegen seinen Vorgänger.

Peter M.* (41) ist der Stress anzusehen. Seit Monaten häufen sich bei dem Geschäftsführer der Haus-Service-GmbH* die Beschwerden über Ludwig S.* Gerade erst hat ihm ein Kunde berichtet, wie schlecht S. vor Zeugen über die Firma spricht. "Das ist kein Einzelfall. So etwas ist tödlich für uns, denn S. hat einen sehr guten Ruf bei unseren Kunden", klagt der Geschäftsführer. Damit nicht genug: Immer öfter beschweren sich Mitarbeiter bei ihm, dass S. ihre Arbeit kontrolliert, Änderungen verlangt und manchmal sogar Weisungen des Chefs widerruft.

Der Patriarch lässt nicht los
Das Problem: Ludwig S. ist der Firmengründer. Zwar hat er den Betrieb vor fünf Jahren an Peter M. übergeben. Doch damals waren sich beide einig, dass der Alt-Eigentümer den Nachfolger noch etwas unterstützen soll, bevor er sich ganz zurückzieht. "Eine Zeit lang habe ich das als echte Entlastung empfunden." Heute ist Ludwig S. 73 Jahre alt und macht keine Anstalten, kürzerzutreten. "Er taucht fast täglich im Betrieb auf und pflegt auch weiterhin seine privaten Kontakte zu unseren Stammkunden."

Ein paarmal hat Peter M. mit dem Patriarchen darüber schon gesprochen. "S. ist jedes Mal beleidigt, wenn ich vorsichtig andeute, dass sein Verhalten unsere Kunden und Mitarbeiter verunsichert." Zwar ändert S. dann für ein paar Tage sein Verhalten, doch danach wird es wieder schlimmer. "Ich habe den Eindruck, dass sich auch die Persönlichkeit von S. in den letzten Jahren verändert hat. Es geht ihm immer weniger um die Sache. Manchmal wirkt er auf mich fast boshaft."

Soll Peter M. den offenen Bruch riskieren?
Von einem Unternehmensberater hat sich Peter M. schon ein paar Tipps geben lassen. Das hat ihm der Coach vorgeschlagen:

  • Die Mitarbeiter einbeziehen: M. soll offen mit ihnen über das Problem sprechen. Er müsse sie dazu motivieren, dem Senior mit Nachsicht zu begegnen, ohne sich durch ihn bei der Arbeit beeinflussen zu lassen.
  • Einen Schlussstrich ziehen: Notfalls solle M. einen offenen Bruch mit dem Firmengründer in Kauf nehmen. Das sei besser. als wenn es noch jahrelang so weitergeht und die Firma immer mehr Kunden kostet.

Doch noch scheut Peter M. solche Schritte. Er sorgt sich um den Betriebsfrieden und die Kundenkontakte. "Wenn ich S. zu sehr vor den Kopf stoße, könnte er unserem Ruf erst so richtig schaden."

Wie würden Sie als Unternehmer in so einer Situation handeln? Was würden Sie Peter M. empfehlen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

(jw)

*Namen von der Redaktion geändert

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