14.06.2010
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Sparzwang

Weniger KfW-Gelder für Gebäudesanierung

Die Bundesregierung will das KfW-Porgramm zur energetischen Sanierung von Gebäuden drastisch zusammenstreichen. Nur noch rund 400 Millionen Euro sollen dafür 2011 zur Verfügung stehen. 2009 waren es noch rund 2 Milliarden.

Die Ankündigung des Bundesbauministeriums, die Förderung bei der Gebäudesanierung zu kürzen, schlägt Wellen.

Scharfe Kritik an den Sparplänen der Bundesregierung kommt von der Bundesvereinigung Bauwirtschaft : Kürzungen seien zwar nötig, sagt deren Geschäftsführer Karl Robl." Bei Investitionen anzusetzen, ist jedoch der völlig falsche Ansatz, insbesondere dann, wenn durch Investitionszuschüsse bzw. Zinserleichterungen private Investitionen ausgelöst werden, die die staatliche Förderung um ein Vielfaches übertreffen.“

Arbeitsplätze in Gefahr
Schon für 2010 hatte die Regierung das Fördervolumen gegenüber dem Vorjahr um 700 Millionen gekürzt. Nun stehen nach Ansicht der Bauwirtschaft Arbeitsplätze auf dem Spiel:  Betroffen seien "insbesondere diejenigen Unternehmen mit ihren Beschäftigen, die im Hochbau tätig sind. Hier stellt sich schon die Frage, warum der seit langem gebeutelte Wohnungsbau wiederum für Sparanstrengungen herhalten muss".

Klimaziel in Gefahr
Vor den Folgen der Einsparungen warnt auch Stephan Kohler von der Deutschen Energie-Agentur ( dena ): "Jeder Euro, der in bessere Heizungen, Dämmung und Fenster fließt, zahlt sich volkswirtschaftlich mehrfach aus - nicht nur durch weniger Energiekosten, sondern auch durch mehr Steuereinnahmen und Sozialbeiträge." 

Nach Kohlers Ansicht müssten die Gelder aufgestockt werden, statt sie zu kürzen: "Für die zum Erreichen der Klimaschutzziele nötige Sanierungsrate braucht es rund fünf Milliarden Euro pro Jahr, nicht bloß 400 Millionen wie jetzt geplant."

(jw)

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2 Kommentare zu "Weniger KfW-Gelder für Gebäudesanierung "

  1. Torsten Schrumpf - 16.06.2010, 00:30 Uhr (Kommentar melden)

    So erreichen wir niemals das 2-Grad-Ziel. Schon die Ankündigung der Kürzung wäre fatal. Gleichzeitig die ENEV2012 auf den Weg zu bringen ist da schwer vermittelbar.

  2. Lärtz - 16.06.2010, 11:19 Uhr (Kommentar melden)

    Die Kürzung von staatlichen Zuschüssen trifft den Normalbürger und nicht den Politiker, der in hochherrschaftlichen Villen zum Spottpreis residiert. Kürzungen bei der Bafa und jetzt bei der KfW, bei gleichzeitiger Zinserhöhung, erregen kaum öffentliches Aufsehen. Die EnEV (Energieeinsparverordnung) 2009 verpfichtet die Häuslebauer und -sanierer immer zu mehr Dämmleistungen, sprich teurer zu bauen. Da auch das Netto vom Brutto weniger wird und Subventionen (siehe oben) gestrichen werden, kann der Normalbürger immer weniger eine Sanierung seines Hauses durchführen, mit dem Ergebnis, dass die unsanierten Häuser immer mehr Energie verbrauchen bei höher werdenden Preisen, sehr zur Freude von EON und Co. Alle Handwerker müssen eine Ausbildung absolvieren, nur der Politiker ist ein ungelernter Beruf! Müssen wir uns noch wundern?