05.11.2009
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20 Jahre Mauerfall

Wende vor der Wende

Schattenseiten der Gegenwart

Für den damals 27-Jährigen und seine Frau war die Öffnung der ungarischen Grenze die Chance. Verwandte wohnten in Budapest, von ihnen bekamen sie eine schriftliche Einladung. Die wiederum verhalf dem Ehepaar zu einem Visum. „Für zwei Wochen haben wir Sachen in unseren Trabi gepackt, mehr Platz hatten wir nicht“, berichtet Ehrt. Seine neun Monate alte Tochter war auch an Bord. War die Gefahr, erwischt zu werden, nicht groß? „Natürlich sind wir ein Risiko eingegangen. Wir hätten im Gefängnis landen können. Aber das haben wir in der ganzen Aufregung verdrängt. Zum Glück ist ja alles gut gegangen.“

Ehrt sieht natürlich die Schattenseiten des heutigen Unternehmerdaseins. „Der Markt ist hart umkämpft. Und was nach allen Abzügen übrig bleibt, ist nicht die Welt.“ Zudem bleibe an ihm viel Papierkram hängen, der „mit dem eigentlichen Job nichts zu tun hat“. Das aber nimmt der 48-Jährige gerne in Kauf dafür, dass er unternehmerische Freiheiten hat und eigentlich das machen kann, was er möchte. Das Leben in der Planwirtschaft habe bei ihm Spuren hinterlassen, sagt Ehrt. Eines sei heute hilfreich: „Das Wichtigste waren Kontakte. Die zu knüpfen, habe ich gelernt. Ich gehe offen auf Kunden zu.“

Wie haben Sie die Geschehnisse des Novembers 1989 erlebt? Wie hat sich die Wende auf Ihr Leben ausgewirkt? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte!

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