05.11.2009
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20 Jahre Mauerfall

Wende vor der Wende

Misswirtschaft und Seilschaften

Der Handwerksmeister denkt oft an die turbulente Wendezeit. Der Wunsch, die DDR zu verlassen, sei über längere Zeit in ihm gereift. „Das System war unerträglich, die Versorgungslage verschlechterte sich“, berichtet Ehrt. Nicht erst Ende der 80er-Jahre. Die entscheidenden Faktoren, die den jungen Tischler antrieben, seine Heimat Elbingerode zu verlassen: Misswirtschaft und Seilschaften.

Seine Frau hatte damals studiert und wollte als Diplom-Ingenieurin für Maschinenbau eine Anstellung finden. Fehlanzeige. „Wo immer sie vorstellig wurde, bot man ihr zwar Arbeit an. Aber ohne Parteibuch ging gar nichts.“ Und eine SED-Mitgliedschaft sei nicht infrage gekommen.

Ehrt selbst hat an der Holzfachschule in Joachimstal bei Eberswalde in Brandenburg gelernt, eine Berufsausbildung mit Abitur. Danach arbeitete er zwei Jahre in einer Möbeltischlerei, 1986 machte er in Magdeburg seinen Meister. Dann stieg er in das väterliche Sägewerk ein. Und bekam hautnah zu spüren, was Planwirtschaft bedeutet. „Material gab es nur auf Zuteilung. An Werkzeuge und Maschinen war so gut wie gar kein Herankommen“, erinnert sich der Unternehmer.

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