21.01.2010
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Streitfall

Vom Steuerberater abgezockt

Blindes Vertrauen hat seinen Preis - 50.000 Euro im Fall von Wolfgang L. So viel Honorar hat er seinem Steuerberater über die Jahre zu viel überwiesen. Bemerkt hat es der Handwerker nur, weil der Berater zu gierig wurde.

15 Jahre lang hat der norddeutsche Handwerksmeister Wolfgang L.* seinem Steuerberater vertraut, hat anstandslos dessen Honorare bezahlt. „Jetzt weiß ich, dass er jedes Jahr fast 3.500 Euro zu viel abgerechnet hat.“

Weil L. seinen Betrieb 2008 verkleinert hatte, flog die Abzocke auf: Der Steuerberater vergaß, sein Honorar anzupassen. Da wurde der Unternehmer misstrauisch.



L. sprach seinen Steuerberater mehrfach an - erfolglos. „Jedes Mal hatte er andere Argumente, mit denen er sein Honorar begründete. Das klang alles ziemlich fadenscheinig.“

Denn Steuerberater müssen sich an die Steuerberaterhonorarverordnung halten. Mehr dürfen sie nur abrechnen, wenn sie das mit ihren Mandanten schriftlich vereinbaren. „Aber wir haben nie einen schriftlichen Vertrag geschlossen“, sagt L.

Vergleichsangebote schaffen Klarheit
Das ganze Ausmaß der Abzocke wurde L. erst klar, als er sich unter Kollegen umhörte und von zwei anderen Steuerberatern Vergleichsangebote erstellen ließ: „Ich habe wohl das Dreifache dessen bezahlt, was andere berechnen.“

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Doch sein Steuerberater blieb stur. „Er hat immer neue Aufgaben erfunden, um seine Rechnung zu rechtfertigen“.

Steuerberaterkammer verweigert Schlichtung
Auch bei der Schlichtungsstelle der Steuerberaterkammer kam L. nicht weiter. Die Kammer sei nicht zuständig hieß es dort. L. solle doch bitte gleich zu einem Anwalt gehen. Dabei sind die Kammern zum Schlichtungsversuch verpflichtet. „Aber die waren überhaupt nicht kooperativ.“

Jetzt sieht sich der Unternehmer nach einem neuen Steuerberater um - und nach einem Anwalt. „Die ganzen 50.000 Euro werde ich wohl nicht zurück bekommen.“ Aber wenigstens um das Honorar der letzten Jahre will L. noch kämpfen.

*Name von der Redaktion geändert

Wie Sie sich in solchen Fällen gegen Ihren Steuerberater wehren können, lesen Sie hier.

(jw)

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3 Kommentare zu "Vom Steuerberater abgezockt"

  1. Hager - 26.01.2010, 20:05 Uhr (Kommentar melden)

    Ich kenne keinen der mit seinem Steuerberater zufrieden ist. Meiner hat für eine 400 Euro Kraft pro Lohnabrechnung 10 Euro plus 19% abgerechnet. Für eine BG Meldung 2 Azubi (Lohnsummen) 50 Euro plus 19%. Dauert keine 20 Sekunden das einzutragen. Achtung beim wechsel kann eine Honorarfalle auftretten. Er wiil erst seine Lohn befriedigen sehen bevor er die Daten raus gibt. Beruft sich auf § 66, dürfen die aber nicht, nach dem OLG Urteil aus Düsseldorf AZ. I-23 U 3604 muss er die Daten rausgeben.Auch ohne das er sein Geld bekommen hat. Das Urteil ist nicht zur Revision zugelassen, somit Rechtskräftig.

  2. Holz-Meyer - 22.01.2010, 09:08 Uhr (Kommentar melden)

    Ich hab auch geklagt. Und danach ein paar Kollegen, die auch bei diesem Steuerberater waren, einen Tipp gegeben -).

  3. HARDI HOLLUNG - 22.01.2010, 08:58 Uhr (Kommentar melden)

    Hallo, Wurde von meinem Steuerberater genauso abgezockt, habe geklagt und den Großteil der Überzahlung zurück bekommen. Der Fall war fast identisch. Mein Tipp: Klage lohnt sich hier auf alle fälle.