Außenstände mit Risiko
Vertrauen ist ... schlecht
Der Auftraggeber war groß, hatte einen guten Namen – und musste Insolvenz anmelden. Seit der Pleite der Unternehmensholding Cemag warten Betriebe auf knapp zwei Millionen Euro. Ein Sprecher der Handwerker hat jetzt einen eigenen und entscheidenden Fehler eingestanden.
"Die Cemag-Pleite schlägt ein wie eine Bombe." Mit dieser Schlagzeile hatte die niedersächsische Deister- und Weserzeitung (DeWeZet) die Insolvenz des Anlagenbauers verkündet. Das war im Juli des vergangenen Jahres.
Der erste Satz des Artikels: "Tränen liefen über die Wangen des Machers, als er in einer Betriebsversammlung verkünden musste, dass der Gang zum Insolvenzrichter unausweichlich sei." Gemeint war Ali F., der damalige Chef des "mehrfach ausgezeichneten" Hamelner Unternehmens.
Es sollten nicht die letzten Tränen gewesen sein. Doch geweint haben vor allem die Handwerker, die nach wie vor auf Ihr Geld warten.
Mittlerweile hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, die "Forderungen in Höhe von zusammen etwa zwei Millionen Euro geltend" macht. Die Betriebe unterstellen Ali F. laut DeWeZet Insolvenzbetrug.
Noch im Juni 2009 seien Bauaufträge erteilt worden, obwohl schon "erkennbar" hätte gewesen sein müssen, dass die Bezahlung nicht mehr gewährleistet war. Eine aktuelle Schlagzeile der DeWeZet: "Die ersten Handwerker-Anzeigen sind beim Staatsanwalt."
Ein Sprecher der Betriebe räume aber auch "Versäumnisse seiner Zunft ein", berichtet die Tageszeitung. Schließlich habe jeder Handwerker die gesetzliche Sicherheitsleistung verlangen können: „Kein Handwerker hat hiervon Gebrauch gemacht." Offenbar haben die Handwerksmeister Ali F. vollkommen vertraut: "Entweder waren wir zu feige, zu dumm oder einfach zu gutgläubig.“
Im ersten DeWeZet-Artikel im Juli 2009 hatten die Blattmacher übrigens auch diesen Satz geschrieben: "F. will alle Rechnungen bezahlen und seinem Ruf als Geschäftsmann gerecht werden." Vertrauen ist eben ...
(sfk)

3 Kommentare zu "Vertrauen ist ... schlecht"
hätte würde könnte.... ganz gleich die deutsche Geschäftskultur ist in diesen Kreisen (GU) nur noch ein Haufen Sch... wert, was ja auch irgendwie ein Geschäft ist. Tugenden wie Erhlichkeit, Worttreue, Vertrauen haben da absolut nichts zu tun. ... das Beste ist immernoch nicht zu arbeiten mit den Brüdern, da macht man sich auch die Hände nicht stinkig
Befürchte, die Staatsanwaltschaft wird wieder einmal, wie z.B. hier die Fard-Brüder bzw.Cemag-Vorstände incl. Ex-Finanzvorstand Knuhr ni c h t zur Verwantwortung ziehen. Denn wann kam es in der Wirtschaft schon einmal zu Verurteilungen wegen Insolvenz-Verschleppung ? Befürchte auch, daß zu wenige betrogene Geschäftsleute eine derartige Anzeige veranlassen. Der Fard-Clan wird weiterhin "Strohmänner" aus dem Hut zaubern und laufend neue Firmen (mit Stammkapital woher ??) gründen, die dann neue öffentliche Mittel beantragen und wohl auch erhalten werden. Nicht einmal die Medien scheint es zu interessieren, wieviel Millionen Fördermittel, Bürgschaften, staatl. Beteiligungen, Grundstückssubventionen, Arbeitsamts-Millionen sowie Steuerausfälle es durch diese Pleite-Firma verbrannt wurden. Schade über so viel Desinteresse und Mutlosigkeit der Bürger, Betriebe, Verbände, Presse, Politik usw.
Mit Factoring hätte kein Handwerker sein Geld verloren!!!!