07.01.2010
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Korruption

Verkehrte Bestechungswelt

Dass Bauunternehmer Mitarbeiter in Bauämtern bestechen, ist nichts Neues. Dass einer das Geld Jahre später zurückfordert, ist allerdings ungewöhnlich. Die Chronologie einer seltsamen Geschichte.

 - Foto: Bilderbox
Foto: Bilderbox

Vor neun Jahren soll ein Mitarbeiter des Bauamtes der niedersächsischen Gemeinde Vechelde 35.000 Mark angenommen haben, berichtet die Peiner Allgemeine Zeitung (PAZ).

Der Bauunternehmer Thomas F. behauptet laut PAZ, dass die Bestechungssumme geflossen sei, damit er den “Zuschlag als Erschließungsträger” für ein Baugebiet erhielt. Doch aus dem “Millionengeschäft”, das sich F. davon versprach, wurde nichts: “F. ging mit seiner Firma pleite.”

Sieben Jahre später nimmt der Fall eine seltsame Wendung: F. fordert das Geld der angeblichen Bestechung zurück. Und behauptet laut PAZ: Der heute 44-jährige Gemeinde-Mitarbeiter “konnte” es ihm nicht zurückgeben. Im April 2009 geht F. dann mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit.

Das ruft die Justiz auf den Plan, unter anderem das Landesarbeitsgericht Hannover. Die Richter haben die Verdachtskündigung der Gemeinde Vechelde gegen ihren Mitarbeiter, der seit 1982 in der Rathausverwaltung gearbeitet hatte, jetzt bestätigt und keine Revision zugelassen.

Abgeschlossen ist der Fall damit nicht: Der 44-Jährige hat gegen "diese Nichtzulassung" Beschwerde beim Bundesarbeitsgericht eingelegt, berichtet die Braunschweiger Zeitung.

(sfk)

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