06.06.2011
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Mal so richtig aufs Handwerk einschlagen, Folge 2

Unzuverlässig und unpünktlich? Typisch Meister!

Gebührenpflichtige Klischeeschleuder: In einer aktuellen Folge der ZDF-Krimireihe Soko-Köln zeigen Polizisten einem dusseligen Handwerksmeister, wo der Hammer hängt.

 - Ihre Querschläger treffen das Handwerk: die ZDF-Fahnder der Soko Köln. Foto: ZDF/Mathias Bothor
Ihre Querschläger treffen das Handwerk: die ZDF-Fahnder der Soko Köln. Foto: ZDF/Mathias Bothor

Einmal mehr arbeitet sich ein Fernsehsender am Image des Wirtschaftszweiges ab, die folgenden beiden Szenen durfte sich der geneigte Gebührenzahler jetzt zur besten Sendezeit (Dienstag, 18 Uhr) ansehen (die Folge mit dem Titel "Liebesverrat" ist auch in der ZDF-Mediathek zu sehen, die erste Szene beginnt ab 1:47 ):

Ermittler A und Ermittlerin B warten in der Kaffeecke auf den jungen Kollegen Daniel Winter. Letzterer betritt die Szene mit einer elektrischen Zahnbürste und einer Tube Zahnpasta in den Händen, offenbar ist Winter wahnsinnig entrüstet (übrigens ganz toll gespielt).
Winter: "Ich habe eine Stunde gewartet. Eine Stunde habe ich gewartet und keiner ist gekommen."
Ermittler A: (leichte Verwunderung): "Worum geht’s so ungefähr?"
Winter: "Rohrbruch, bei uns in der Wohnung. Die Installationsfirma hat gesagt, in 15 Minuten würde jemand vorbeikommen. Ich habe eine Stunde gewartet …"
Ermittlerin B: "… und keiner ist gekommen."
Winter: "Richtig."
B: "War das eine Kölner Firma?"
Winter: "Ja, wieso?"
B (ganz die Fachfrau): "Selber schuld, Handwerker nimmt man sich von außerhalb."
Kollegin D. tritt hinzu: "Wir haben einen Mord!"
Winter (den alle ansehen): "Ja, ich war’s nicht."

Schön: Der Kommissar hat also seinen Klempner nicht umgebracht. Unschön: Schon diese erste Szene bedient mit zweifelhaftem Humor zweifelhafte Klischees. Und wie ist die Empfehlung "Handwerker nimmt man sich von außerhalb" eigentlich zu verstehen? Wir werden dem ZDF eine Presseanfrage schicken, über die Antwort halten wir Sie auf dem Laufenden.

Wie die ZDF-Fahnder per Amtsmissbrauch den kleinen Handwerksmeister in die Knie zwingen, erfahren Sie auf Seite 2 .

 
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7 Kommentare zu "Unzuverlässig und unpünktlich? Typisch Meister!"

  1. ZDF-Pressestelle - 14.06.2011, 14:39 Uhr (Kommentar melden)

    Es versteht sich von selbst, dass die hier gezeigten Szenen überzeichnet waren und auf einen Mißstand anspielen, der in den allermeisten Fällen bar jeder Realität ist. Es ging keineswegs darum, einen ganzen Berufsstand, der gute und zuverlässige Arbeit leistet, zu verunglimpfen. Wenn dieser Eindruck entstanden sein sollte, bedauern wir dies. Außerdem sei darauf verwiesen, dass es sich um eine fiktionale Serie handelt, in der zwei Protagonisten sich humorvoll über ihre Probleme mit Handwerkern austauschen.

  2. Karl-Heinz Garten - 08.06.2011, 11:39 Uhr (Kommentar melden)

    Oh wer ist denn da beleidigt , oder gar gekränkt ? Kann ja nur jemand sein, dens getroffen hat. Das ist ein Spielfim, und die Leute müssen den verdammt harten Job machen , unserem Bürger noch irgendetwas interessantes aufzutischen. Heute blöde Handwerker, morgen korrupte Ärtzte, übermorgen schlafende Beamte, faule Arbeitslose, lügende Poitiker.... Wir hatten mal ne Sendung im Osten : "Der schwarze Kanal" jeden Montag 21.30 wurde gezeigt, das das Westfensehn lügt, nur der gestande Bundesbürger glaubts sehr spät....

  3. Bea J. - 08.06.2011, 11:33 Uhr (Kommentar melden)

    Ich denke, man sollte solche Darstellungen nicht allzu ernst nehmen und ihnen keine zu große Bedeutung beimessen. Jeder weiß, dass es - bei Handwerkern, Beamten u. a. - weiße und schwarze Schafe gibt ... Fast alle Branchen werden im TV mal "durch den Kakao" gezogen - also einfach gelassen bleiben es lohnt den Ärger nicht.

  4. Gathmann - 08.06.2011, 09:19 Uhr (Kommentar melden)

    Ich hab mal gehört es ist wichtig das es Klischees gibt, sie helfen den Menschen sich im Alltag leichter zu orientieren und darum hat man immer wenn man sie bedient, die Meinung der Mehrheit auf seiner Seite …….. Handwerker sind faul, Selbständige zahlen keine Steuern, Arbeitslose sind selbst schuld, Kölner sind schlampig, Düsseldorfer eingebildet, Polizisten begehen Amtsanmaßungen, etc. die Aufzählung lässt sich beliebig lang fortführen nur wenn man persönlich Jemanden benennen soll auf den das zutrifft, dann wird es komischerweise eng und die Wenigsten kennen einen. Das zeigt dann wohl den Wahrheitsgehalt dieser Vorurteile!

  5. Elektro-Meister - 08.06.2011, 09:06 Uhr (Kommentar melden)

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich das als Humor annehmen möchte. Ich denke, dass ein frustrierter Autor es den Handwerkern mal heimzahlen möchte. Der Autor findet sich bestimmt ganz toll und voll im Trend, indem er das Handwerk verunglimpft. So nach dem Motto: Wenn ich die Kerze eines Anderen ausblase, leuchtet meine Kerze eventuell heller. Das kommt beim Konsumenten gut an, wird aber unbedacht und rücksichtslos für die eigene Quote rausgehauen. Mit aller Überheblichkeit, Ahnungslosigkeit und Ignoranz dem Handwerk gegenüber. Passend der Schluss, wo man den Drecksackhandwerker zwingt, endlich seinen Job zu machen. Und dieser Scheiß wird unter anderem von Handwerkern finanziert, die paradoxerweise TV-Empfangsanlagen bauen und für die Messgeräte volle GEZ-Gebühr bezahlen, da es sich im Sinne der GEZ um Rundfunkempfangsgeräte handelt.

  6. Frank Ebisch - 08.06.2011, 09:03 Uhr (Kommentar melden)

    Es gibt gute und schlechte Drehbuchschreiber und es gibt gute und schlechte Handwerker. Wenn in dieser Vorabendserie auf solche abgestandenen Vorurteile zurück gegriffen wird, dann sagt das alles über die Qualität des Autors. Hier wird ein Klischee bedient, das für die große Mehrzahl unserer Fachbetriebe ganz sicher nicht zutrifft. Die sind heute nicht nur Verarbeiter, sondern Berater und Dienstleister. Da steht immer der Kunde im Mittelpunkt. Ich bin grundsätzlich sehr zuversichtlich, dass die öffentliche Wahrnehmung unseres Handwerks sich heute weniger durch solche TV-Massenware speist als durch die zukunftssichernde Rolle, die unsere Fachbetriebe bei der Steigerung von Energieeffizienz und Klimaschutz spielen. Frank Ebisch Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zentralverband Sanitär Heizung Klima (SHK)

  7. Neppe - 08.06.2011, 06:39 Uhr (Kommentar melden)

    Nun fehlt bei der Befragung auf der Straße nur noch der Mann von der GEZ. Dieser kann dann Handwerker gleich den neuen Gebührenbescheid überreichen der ab 2012 fällig wird. Mit der neuen Gebührenordnung und zusätzlichen Geld vom Handwerker kann dann noch mehr von diesen Quatsch gedreht und gesendet werden.