Überproduktion
Bäcker verheizt sein Brot
Supermarkt-Ketten und Kunden wollen volle Regale bis Ladenschluss. Weil Bäcker Schüren nicht auf seiner Überproduktion sitzen bleiben will, verbrennt er jetzt seine Ware.
Steigende Heizölkosten sind für den Bäcker Roland Schüren aus Hilden bei Düsseldorf kein Thema mehr. In seine Biomasse-Brenner kommen monatlich drei bis vier Tonnen knusprige Brötchen und steinhartes Vollkornbrot. Geschrotet und in einer Mischung mit Holzpellets. "Brot hat nahezu den gleichen Brennwert wie Holz", sagte Schüren in einem ARD Interview.
Der Tipp es so zu machen, kam von einem Energieberater, der mit ansah, wie ein Tierfutterverwerter tonnenweise Altbrot vom Hof fuhr. Das Zitat: "Ist Ihnen eigentlich klar, dass Sie gerade den Gegenwert von 900 Litern Heizöl verschenken?"
Schüren verfeuert nur, "was auch am zweiten Tag nicht verkauft wurde und was Obdachlosentafeln nicht brauchen können. Ein Modell, das seiner Meinung nach auch für andere Bäcker prima funktionieren könnte und ethisch korrekt ist.
Schuld sind Verbraucher und Supermärkte
Trotzdem: Brot ist nicht wirklich ein Rohstoff, sondern ein mühevoll verarbeitetes Produkt. Schüren würde am liebsten gar nichts wegwerfen, schiebt aber den schwarzen Peter auch den Verbrauchern zu: „Es gibt Leute, die akzeptieren nicht, wenn um 16 Uhr ihr Lieblingsbrot ausverkauft ist.“ Und nicht nur die: Bäcker mit Filialen in Supermärkten würden von deren Betreibern unter Druck gesetzt, berichtet Roland Schüren. "Volle Regale bis 18 Uhr", laute da eine Regel. Wer sich als Bäcker nicht daran hält, dem drohe die Kündigung des Vertrags.
Und so glaubt der Traditionsbäcker daran, dass sein Weg zukunftsweisend ist. Protesten von Kirchenvertretern zum Trotz. Andere Bäcker hätten ihn schon kontaktiert.
Was meinen Sie, sollten Bäcker Brote verbrennen und damit die Umwelt schonen oder muss es einen anderen Weg geben? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare .

3 Kommentare zu "Bäcker verheizt sein Brot"
Herr Tugundtke, wie hoch sind denn Ihrer Meinung nach die Kosten, die der Bäcker für seine Biomasse-Heizung aufwenden musste? Wann amortisiert sich der Einsatz? Sehen Sie eine gesellschaftliche Bedeutung darin, weniger CO2 in die Atmopshäre zu blasen und weniger Öl zu verbrauchen?
Es muß halt Leute geben, die nicht rechnen können. 900 l Heizöl entsprechen ca. 450 €uronen. Wieviel hatte der "clevere" Bäcker an Kosten, um die 900l "Ersatzheizöl" herzustellen?? -Absatz-Eigentlich müßten nach dieser Überlegung er und seine Kunden in die Ware kot..... Ein Produktionsplaner wäre vermutlich erheblich besser gewesen, als ein Energieberater. mfg tugu
Die energetische Verwertung von "Abfällen" ist korrekt. Abfallgetreide wird auch verheizt. Die Großen vergasen Getreide und Mais zur energetischen Nutzung. Das muß man auch dem "kleinen Handwerker" zugestehen.