18.08.2011
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Fachkräftemangel

Über- oder unterqualifiziert – und dazwischen gar nichts

Jeder zweite Handwerksbetrieb sucht händeringend nach Fachpersonal. Das Loch klafft in der Mitte, meint ein Tischlermeister. "Meister und Techniker gibt es genug, der ganz normale Geselle fehlt." Eine Studie gibt ihm recht.

 - Foto: Bilderbox
Foto: Bilderbox

16 Prozent der Teilnehmer an der handwerk.com-Umfrage bilden selbst genug Nachwuchs aus. "Das würde ich auch gern tun", sagt Wilfried Faltin aus Amelinghausen (Niedersachsen). Doch für sein Gewerk seien 70 Prozent der Bewerber nicht ausreichend qualifiziert. "Sie können nicht annähernd fehlerfrei schreiben geschweige denn das kleine Einmaleins", sagt der Tischlermeister.

Bei den verbleibenden 30 Prozent sei von vornherein klar, dass sie nach der Lehre nicht lange als Gesellen arbeiten werden. Faltin nennt als Beispiele zwei seiner Gesellinnen, die nach einem Jahr praktischer Arbeit ein Studium oder die Meisterschule anschließen. So würden fähige Gesellen zur Mangelware.

Was Faltin beobachtet, bestätigt auch eine im Auftrag der Handwerkskammer Mittelfranken durchgeführte Studie. Demnach herrscht in weit mehr als zwei Dritteln der im März 2011 befragten 315 Betriebe Fachkräftemangel. In den nächsten drei Jahren wird er voraussichtlich an Bedeutung gewinnen, wie 90 Prozent der Betriebe angeben. Besonders schwer finden die Betriebe Facharbeiter bzw. Gesellen (66,9 Prozent der Betriebe mit Stellenbesetzungsproblemen), gefolgt von Meistern (47,3 Prozent) und Azubis (42,1 Prozent). Doch gerade bei Facharbeitern und Gesellen gehen mehr als die Hälfte der Betriebe von einem steigenden Bedarf in den nächsten Jahren.

Wie Sie dem Fachkräftemangel begegnen können, lesen Sie auf der nächsten Seite.

 
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