15.12.2011
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Zoll: Mindestlöhne im Visier

Teure Ausweiskontrollen auf dem Bau

Kontrollen am Bau bringen immer wieder böse Überraschungen mit sich. Elektro-Handwerker Marc Sander zum Beispiel muss jetzt ein paar Hundert Euro zahlen - für eine Formalie. So schützen Sie sich gegen Überraschungen!

Für Marc Sander war es nicht die erste Mindestlohn-Kontrolle, die der Zoll stichprobenartig durchführt. "Die Kontrollen sind ja nicht neu und auch sinnvoll im Kampf gegen schwarze Schafe", betont der Geschäftsführer der Elektro-Bartels GmbH in Goslar.

Haben Sie Ihre Mitarbeiter über die Ausweispflicht informiert?
Dennoch erwischten ihn die Kontrolleure von der sogenannten Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) auf dem falschen Fuß: Nicht bei den Löhnen und Arbeitszeiten wurden die Beamten fündig, sondern bei der Kontrolle der Personalausweise.

Die müssen nämlich Arbeitnehmer in einigen Branchen ständig bei sich führen. Zudem müssen die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter schriftlich auf diese Pflicht hinweisen und sich das schriftlich bestätigen lassen.

"Diese schriftlichen Nachweise wollten die Beamten das erste Mal von uns sehen", berichtet Sander. Bei allen Neueinstellungen hatte sich der Unternehmer auch eine entsprechende Unterschrift geben lassen. "Aber bei einigen Mitarbeitern, die schon sehr lange bei uns sind, hatten wird nicht daran gedacht."

Die Folge: 20 Euro Bußgeld pro betroffenen Mitarbeiter muss die Firma nun zahlen. Ein paar Hundert Euro kommen bei Sander da zusammen. Damit es nicht auch anderen Kollegen so geht, rät Sander nun dazu, sich schnellstens die entsprechenden Unterschriften von den Mitarbeitern zu besorgen.

Wozu die Ausweiskontrollen?
Zur schnellen Entlarvung schwarzer Schafe sei die Kontrolle auch der Personalausweise allerdings schon sinnvoll, berichtet Cornelia Höltkemeier, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen: "Die FKS soll überprüfen, ob Mindestentgelte gezahlt werden. Dazu gehört es auch zu überprüfen, wen man gerade vor sich hat." Also, ob der Mitarbeiter, der gerade vor den Prüfern steht, auch der ist, der in den Papieren geführt und bezahlt wird.

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1 Kommentar zu "Teure Ausweiskontrollen auf dem Bau "

  1. Andreas Frick - 28.01.2013, 22:51 Uhr (Kommentar melden) Antworten

    Da muß ich aber widersprechen, denn den Zoll habe ich nur ein einziges mal in mehr als 25 Jahren auf dem Bau erlebt, und die Berufsgenossenschaft nur zwei mal. Woran letztere interessiert waren: Helm und Sicherheitsschuhe. Für Absicherung der Treppenhäuser, als auch deren Beleuchtung sei der Bauherr zuständig, so deren Aussage. Für Leitern und Fahrgesrüste die Auftragnehmenden Unternehmen. Und genau bei letzteren hapert es. Lebensgefährliche Leitern etc etc, sind an der Tagesordnung. Weigert sich der AN, wird er einfach entlassen. Ich habe mir geleistet solche Leitern in ihre Einzelteile zu zerlegen so das sie nicht mehr reparabel waren, um dann nach neuen zu verlangen. Das ging dann. Auf keinen durften Azubis und Leiharbeiter damit arbeiten. Das hat mir manchen Ärger gebracht, und einmal sogar die Stelle gekostet, trotzdem würde ich es immer wieder machen.