01.09.2010
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Ladenbau

Marketingidee: Tagsüber Bäckerei, abends Weinbar

Verwandlungskünstler: Bei dem Ladenbaukonzept von Norbert Schmees wird aus einer Bäckerei im Nu eine Bar mit Loungeatmosphäre. Geeignet ist es vor allem für Bäckereien in Einkaufszentren.

 - Fotos: Schmees
Fotos: Schmees

von Andreas Lehr

Immer mehr Bäckereifilialen siedeln sich in großen Einkaufszentren an. Das Problem: Nach 18 Uhr sinkt der Umsatz von Brot und Backwaren enorm, die Zentren schließen aber erst um 20, viele erst um 22 Uhr. "Ein Sortimentswechsel ist die Lösung", dachte sich Norbert Schmees und entwickelte ein völlig neuartiges Ladenbaukonzept: "Brot und Wein", also vom Brot zum Wein.



Norbert Schmees

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Die Idee des Holztechnik-Ingenieurs: Mit leichten Handgriffen und innerhalb kurzer Zeit wird die Bäckereifiliale zur hippen Wein- und Tapas-Bar, die das abendliche Publikum mehr ansprechen soll. "In den Abendstunden möchte ich lieber einen guten Wein und eine nette Kleinigkeit essen, als Kaffee und Kuchen zu bestellen", sagt der Geschäftsführer, der auch die Geselligkeit an der Theke bei einem Gläschen Prosecco als umsatzfördernd einstuft.

"Es fehlt in diesen großen Einkaufszentren oft ein gemütliches Plätzchen um einen Schnack mit Bekannten zu halten, die man gerade an der Fleischtheke oder an der Kasse getroffen hat", resümiert Schmees, der fast ein Jahr über seinen Plänen getüftelt hat.

Im Nu lässt sich das Ladenlokal verwandeln

Und so funktioniert sein Lounge-Konzept: In die Verkaufstheke werden von außen Barhocker eingelassen, die tagsüber aus platz- und funktionalen Gründen unsichtbar im Thekenkorpus geparkt und abends mit einfachen Handgriffen herausgezogen werden. Die Oberseite der Theke wird durch das Anheben von Designelementen verbreitert und dient somit als Barbrett. Die Brot- und Gebäckauslagen werden durch ein neuartiges Regalsystem durch Weinregale und Snacktabletts ersetzt. Funktionen, die sich Schmees hat patentieren lassen. Dasselbe gilt für die spezielle Kühlung, die sich leicht vom Klima für Sahneteilchen auf Klima für Snacks umstellen lässt.

Auch die Beleuchtung wird mit ein paar Handgriffen von der klassischen Bäckerei-Café-Atmosphäre auf entspannende "Lounge"-Atmosphäre umgestellt. "Nichts braucht mehr einzeln aus- und eingeräumt werden, der Umbau funktioniert mit ein paar Handgriffen innerhalb von wenigen Minuten", erklärt der Chef von 64 Mitarbeitern, der das Unternehmen in seiner jetzigen Konstellation 1992 gegründet hat.

Bei Schmees werden sowohl die flexiblen Läden als auch die "normalen" Ladenelemente, nach Kundenwunsch von Architekten, Ingenieuren und Technikern am Rechner dreidimensional geplant und mit modernster CNC-Technik in der 6000 Quadratmeter großen Werkstatt produziert. Auch die komplette Montage erfolgt zunächst in Lathen. Erst wenn alles stimmt und passt, wird der komplette Laden ausgeliefert.

Begeisterte Interessenten

Und die bisherige Resonanz? "Unser neues Konzept läuft gerade an und wir rühren durch unseren Vertrieb mächtig die Werbetrommel", sagt Schmees, der bereits viele Interessenten in seinem Show-Room am Firmensitz in Lathen für die Idee begeistern konnte. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Bäckerei-Fachpersonal nach kurzer Schulung und entsprechender behördlicher Genehmigungen in kurzer Zeit eingearbeitet werden kann.

Alternativ können Aushilfskräfte eingestellt werden. Schmees: "Ich bin überzeugt, dass unser Konzept funktioniert, da innovative Filialbetreiber sich immer neue Umsatzquellen erschließen müssen. Die Investitionen sind überschaubar und werden sich positiv auf die Bilanzen auswirken."

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