25.06.2002
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Sparkassen und Volksbanken wollen es wissen

Die Methoden der Sparkassen

Das Ratingsystem des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) befindet sich ebenfalls in der Testphase. Gegenüber der breiten Öffentlichkeit gibt sich der Verband noch zurückhaltend, in der Fachzeitschrift Betriebswirtschaftliche Blätter (Heft 4/2002) durften jedoch 14 Autoren aus Verbänden und Sparkassen die Grundzüge ihres Rating-Systems präsentieren.

Geringe Anforderungen an KMU

Eine für kleine und mittlere Unternehmen bedeutende Aussage machen dabei die DSGV-Referenten Matthias Böcker und Hubertus Eckelmann: Ein wichtiges Anliegen der Entwickler sei es, „dass das Rating je nach Betriebsgröße nur die notwendigen und betriebswirtschaftlich sinnvollen Bereiche analysiert“. Die Anforderungen an Kunden bis 20 Millionen Euro Umsatz seien gering und würden bei größeren Kunden schrittweise mit der Größe zunehmen.

Das wird geprüft

Entsprechend hat die Sparkassen-Finanzgruppe Rating-Module entwickelt, „die für die kleinsten Geschäftsfkunden mit einer sehr geringen Zahl leicht zu erhebender Informationen (‚harte‘ qualitative Faktoren)“ auskommen. „Bei den größeren Firmenkunden mit einem Nettoumsatz von über 20 Millionen Euro wird das Rating im Rahmen der qualitativen Faktoren schließlich hauptsächlich von ‚weichen‘ qualitativen Faktoren dominiert.“

Bilanzrating

Je kleiner, desto einfacher

Kleinste Kunden, so genannte Geschäftskunden mit weniger als 250.000 Euro Umsatz sollen in der Regel auf der Basis einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung bewertet werden, „während bei Firmenkunden standardmäßig eine Jahresabschlussanalyse für das Rating erwartet wird“, schreiben Böcker und Eckelmann. Beide Verfahren führen zu Kennzahlen, mit deren Hilfe sich Vermögenslage, Finanzlage und Ertragslage beurteilen lassen.

Branchen und Größen spielen mit

Diese Bilanzkennzahlen sollen mit unterschiedlichen Gewichten – abhängig von Branche und Betriebsgröße – in das Gesamt-Rating eingehen. Einen pauschalen Bonus für größere Betriebe werde es nicht geben, betonen die Autoren.

Qualitative Merkmale und Kontoinformationen

“Harte“ qualitative Faktoren

Als „harte“ qualitative Faktoren bezeichnet der DSGV Informationen, die ein Kundenbetreuer der Sparkasse objektiv beurteilen kann. Bewertet werden unter anderem Nachfolgeregelungen, Kundenbeziehungen und der Einsatz eines Planungssystems.

Kontoinformationen: Überziehen kostet Punkte

Größte Bedeutung hat nach Einschätzung von Böcker und Eckelmann „das Überziehungsverhalten“, das auch bei kleinen Unternehmen geprüft wird. Negativ wirken sich zudem geplatzte Schecks und Lastschriften wie auch die Pfändung von Konten aus.

“Weiche“ qualitative Faktoren

Firmenkunden mit mehr als 20 Millionen Euro Umsatz werden einer weitreichenden Prüfung unterzogen. Die so genannten weichen Faktoren Unternehmensführung, Planung und Steuerung, Marktstellung, Branchenentwicklung, Absatzmarkt sowie individuelle Abhängigkeiten und Risiken des Betriebs werden intensiv analysiert.

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