Zulasten der Betriebe
Solarförderung: Erneute Kürzung geplant
Mitte des Jahres soll die Vergütung für Photovoltaikanlagen erneut sinken. Um wie viel Prozentpunkte, hängt von der Marktentwicklung ab. Die Politik feiert den Vorschlag als Erfolg – Betriebe befürchten, dass ihnen erneut Kunden davonlaufen.
"Die Kunden sind verunsichert und wir müssen mit den Preisen runtergehen, um die Kürzungen aufzufangen", sagt Hans-Jürgen Rose, Elektroinstallateurmeister aus Hannover. Die Absenkung der Solarförderung habe zur Folge, dass es für Kunden immer unattraktiver wird, sich eine Anlage installieren zu lassen.
"Den großen Energiekonzernen wird das Geld in den Schlund geschoben und da, wo man sinnvoll was für den Umweltschutz tut, wird gekürzt", schimpft Rose. Verständnis habe er dafür nicht. Zumal das auch der Solarindustrie schade: Kein deutscher Hersteller könne bei dem Preisdruck mehr mit den billigeren Produkten aus China mithalten. "Wir machen uns damit selbst kaputt", sagt der Handwerksunternehmer.
Grund für seine Verärgerung: Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen und der Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Günther Cramer, haben sich auf eine vorgezogene Absenkung der Solarförderung verständigt. Bis zu 15 Prozent soll gekürzt werden, "an die Marktentwicklung angepasst", heißt es in einer offiziellen Erklärung.
Das bedeutet: Weil in den vergangenen Jahren der Ausbau von Photovoltaikanlagen rapide angestiegen ist, soll nun anstatt Anfang 2012 schon Mitte dieses Jahres weniger Geld fließen. In der Mitteilung des Bundesumweltministeriums heißt es:
"Die Absenkung zum 1. Juli 2011 kann damit je nach Marktentwicklung bei einer Zubauprognose von mehr als 7.500 MW bis zu 15 Prozent betragen (Bei Zubauprognose von nur 3500 Megawatt entfällt die vorgezogene Absenkung). "
Röttgen hat dem Bundestag vorgeschlagen das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) entsprechend dieser Vorgaben zu ändern. Begründung: "Ein überhitzter Markt führt zu stark schwankenden Preisen und schadet damit letztlich auch der Wettbewerbsposition der deutschen Solarunternehmen."
Diese Auffassung teilt Handwerksmeister Rose nicht: "Ein ähnliche Situation hatten wir im vergangenen Jahr: Jetzt überschlagen sich wieder alle, dann werden die Teile knapp und die Preise steigen. Doch das hilft weder uns, noch den Kunden."
Ihre Meinung: Ist die vorgezogene Absenkung der Solarförderung gerechtfertigt? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare!
(ja)

1 Kommentar zu "Solarförderung: Erneute Kürzung geplant"
Umgekehrt wird ein Stiefel daraus. Die prozentuale Gewinnsteigerung der großen Energieversorger heranziehen und in dem gleichen Maße die Einspeisevergütung anheben. Denn wenn diese mehr Gewinn erwirtschaften, heißt das nichts anderes, wir haben zu wenig für die Einspeisevergütung bezahlt. Oder, durch die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke verdienen diese klotzig und können der erneuerbaren Energie einen Teil zur Verfügung stellen.