10 Tipps aus der Praxis
So vermeiden Sie Pfusch!
Wenn die Auftragsbücher voll sind, arbeiten viele Handwerker an der Belastungsgrenze. Trotzdem die Qualität hochzuhalten, ist eine hohe aber überlebenswichtige Kunst. Ein Gerüstbauer und ein Dachdecker verraten ihre 10 Tipps.
Für den Gerüstbauer Dirk Eckart aus Braunschweig ist klar: "Wir verkaufen Sicherheit". In dieser Branche fragwürdige Konstruktionen zu liefern, würde bedeuten, seinen guten Ruf zu ruinieren. Und mehr noch: "Wenn ich Pfusch baue, dann bezahlen es die Nutzer unserer Gerüste im schlimmsten Fall damit, dass deren Leute sich verletzen", sagt der Geschäftsführer.
Sicherheitsschulungen
Die Firmenphilosophie bei Gemeinhardt Gerüstbau Service: gut geschulte Mitarbeiter und eine klare Linie in punkto Sicherheit. Um zu gewährleisten, dass die relevanten Sicherheitsrichtlinien und Verordnungen bekannt sind, schickt er seine Mitarbeiter zu Fortbildungen, zum Beispiel zum Gerüstbau-Kolonnenführer. Dafür, dass solche Standards bei Gemeinhardt Gerüstbau auch eingehalten werden, tragen die Chefs selbst Sorge.
Chefsache Qualität
1. Klare Linie: Jedes Jahr setzt sich die Firma neue Ziele. Schwerpunkt in diesem Jahr: Umweltschutz. Was die Firma erreichen will, und wofür sie steht, kommunizieren die Chefs nach innen und außen.
2. Kontrolle: Auf Baustellenbesuchen sehen sie regelmäßig nach dem Rechten. „Meine Mitarbeiter sind fit und geschult. Das heißt nicht, dass alle Götter und Engelchen sind“, lautet der trockene Kommentar.
3. Konsequenzen: Wer ohne Helm auf einem Gerüst rumturnt, zahlt. Dem Mitarbeiter geht nicht sofort eine Abmahnung zu, aber ein Brief, in dem steht, was zu beanstanden war. Bearbeitungsgebühr 50 Euro, die vom Lohn abgezogen werden. „Seit wir diese Knöllchen verteilen, passiert das wenn überhaupt nur einmal“, sagt Eckart. Ausnahmen duldet er bewusst nicht. Hintergrund ist ein tödlicher Unfall. Vor vielen Jahren fiel ein Mitarbeiter der Firma vom Gerüst und verunglückte, weil er von außen am Gerüst hochgeklettert war, statt den Leitergang zu benutzen.
4. König Kunde: „Einfach blind Aufträge annehmen und dann nicht kommen, das ist unverantwortlich.“ Das heißt aber noch lange nicht, dass Eckart mit den Schultern zuckt und Kunden hängen lässt, wenn seine Mitarbeiter einen Auftrag nicht ausführen können. Statt Aufträge abzulehnen, klemmt er sich ans Telefon.
5. Kollegen einschalten: Er sucht Hilfe bei anderen Gerüstbauern wenn klar ist, dass seine eigenen Leute an der Belastungsgrenze sind. Auf kurze Sicht verdient er damit keinen Cent mehr. Um einem Stammkunden gewohnt gute Qualität zu liefern hat er einem Kollegen auch schon mal einen geringfügig höheren Preis gezahlt.
Auch Dachdecker Ralph Bosse gibt Pfusch keine Chance. Seine 5 besten Tipps lesen Sie auf der nächsten Seite.
