30.06.2009
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So senken Sie die Steuerberater-Kosten

Stress mit dem Steuerberater? Wer Nerven und Geld sparen will, kann die Zusammenarbeit optimieren. Und ein paar Dinge wieder selbst in die Hand nehmen.

von Jörg Wiebking

Steuerberatung ist Vertrauenssache. Doch das Vertrauensverhältnis leidet, wenn die Zusammenarbeit nicht rund läuft: Zuverlässigkeit, Erreichbarkeit und Kosten sind Aspekte, die manchen Unternehmer an seinem Steuerberater zweifeln lassen.

Dabei könnten beide Seiten einiges dafür tun, um die Zusammenarbeit zu verbessern, glaubt Horst Schade, Vizepräsident der Steuerberaterkammer Niedersachsen:

  • Zettelwirtschaft: Buchhaltung aus dem Schuhkarton ist teurer als ein sortierter Pendelordner. "Das ist eine Sache, die sich auch im Preis niederschlägt, denn der Aufwand ist dann für den Steuerberater deutlich geringer", sagt Schade.
  • Termine: Wenn sich der Steuerberater mit Rückfragen meldet oder um Unterlagen bittet, sollte eine umgehende Antwort selbstverständlich sein. "Wer eine Frist versäumt, weil Unterlagen fehlen, muss mit Verspätungszuschlägen rechnen", warnt Schade.
  • Fragen: Nicht selten kommt es nach Schades Erfahrung vor, dass Mandanten mit dringenden Fragen relativ ungeduldig sind und häufiger nachfragen. Doch jeder Anruf beim Steuerberater zum Stand der Dinge kostet Zeit, in der sich der Experte eigentlich mit der Lösung des Problems beschäftigen könnte. Klare Zeitvorgaben seien daher hilfreich.

Allerdings sollte diese Zusammenarbeit keine Einbahnstraße sein. "Auch auf den Steuerberater muss sich der Mandant verlassen können", sagt Schade. Bei dringenden Fragen sollten beide Seiten vereinbaren, wann man sich spätestens wieder austauscht. Für alle anderen Fragen empfiehlt er einen festen regelmäßigen Termin, an dem solche Themen besprochen werden. "Dann kann sich der Steuerberater auch entsprechend vorbereiten."

Lohnen könnte es sich auch, die Aufgabenverteilung mit dem Steuerberater völlig neu zu überdenken, sagt Jens Hanspach von der Steuerkanzlei Hanspach-Bieber in Willich. Sein Ansatz: Der Steuerberater berät, der Mandant bucht. "Wir raten Mandanten, die Buchhaltung wieder selbst zu übernehmen", berichtet der Fachanwalt für Steuerrecht. Der Vorteil: "Die Mandanten sparen die Buchhaltungskosten und haben ihre Zahlen viel besser im Blick." Die Kanzlei unterstütze und schule ihre Mandaten dabei, konzentriere sich aber sonst auf steuerliche Beratung. Anfangs sei das etwas aufwendiger, doch nach einigen Wochen müsse ein Steuerberater die Buchhaltung dann nur noch auf mögliche Fehler kontrollieren, statt alles selbst zu buchen.

Selbstbucher sparen viel Geld
Gute Erfahrungen als Selbstbucherin hat Ursula Krischer gesammelt. Vor dreizehn Jahren hat sie die Buchhaltung für den Betrieb ihres Mannes übernommen. Inzwischen führt der Sohn die Geschäfte der Optik Akustik Krischer KG in Krefeld, doch um die Buchhaltung kümmert sie sich auch weiterhin. Sie spare dem Betrieb durch ihre Arbeit einen fünfstelligen Betrag im Jahr ein. "Den eingesparten Betrag setzen wir für Werbeaktionen ein", berichtet Krischer. Auch für betriebswirtschaftliche Beratung bleibe so Geld übrig: Bei der Übergabe des Betriebs an den Sohn betreute ihre Steuerberaterin den Generationswechsel.

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