14.09.2010
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Mitarbeiterwahl

So lesen Sie Arbeitszeugnisse richtig

Wer neue Mitarbeiter einstellen will, bekommt es mit Arbeitszeugnissen zu tun. Was die Dokumente über die Bewerber aussagen.

von Birgit Wessel

 - Foto: bilderbox
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Bei rund 700 Mitarbeitern in der LR Gebäudereinigung GmbH in Barnstorf kommen viele Bewerbungen auf den Tisch – und mit ihnen Arbeitszeugnisse. Wenn Geschäftsführer Friedhelm Hinsenhofen ein solches Dokument in Händen hält, checkt er als Erstes, ob sich der Aussteller wirklich mit seinem Mitarbeiter auseinandergesetzt hat: "Mir ist wichtig, dass das Schreiben individuell angelegt ist."

Warnsignal: Kurze Zeugnisse
Worauf es generell bei Arbeitszeugnissen ankommt, zeigt Helmut Dittrich in seinem Buch "Arbeitszeugnisse schreiben und verstehen" auf. Zunächst einmal gelte: "Je knapper das Zeugnis, umso schlechter wird der Mitarbeiter von Dritten beurteilt." Friedhelm Hinsenhofen sagt: "Man merkt dann, dass Arbeitgeber sie für Menschen ausgestellt haben, mit denen sie nichts mehr zu tun haben werden."



Warnsignal: Zeugnis-Code
Weil alle Arbeitszeugnisse wohlwollend formuliert sein müssen, ist laut Buchautor Dittrich der sogenannte Zeugniscode wichtig. Den wenden viele Aussteller an, weil sie eine klare Wertung abgeben wollen.

Sie möchten ausschließlich hervorragende Mitarbeiter einstellen? Dann achten Sie genau auf die Nuancen bei den Formulierungen nach diesem Code. Nach Dittrich muss es "stets zur vollsten Zufriedenheit" oder "stets in jeder Hinsicht" heißen. Denn Abstriche bei Schlüsselformulierungen bedeuteten immer, dass der Mitarbeiter keine überdurchschnittlichen Leistungen gebracht hat.

Warnsignal: Aufgabenbeschreibungen
Darüber hinaus enthalten Zeugnisse Aufgabenbeschreibungen. Auch darin stecken laut Dittrich Beurteilungen. Vor allem die Art der Arbeit zeige, was ein Mitarbeiter leisten kann.

Wenn beispielsweise in einem Zeugnis über zwei Jahre Arbeitsleben steht „Sie führte Lötungen an Chassis von Fernsehgeräten durch“, werde indirekt gesagt, dass die Frau flott und präzise angelernte Arbeiten durchführen kann – bei einer beachtlichen Monotoniefestigkeit. Wenn Sie eine entsprechende Tätigkeit zu besetzen haben, sei die möglicherweise genau die ideale Bewerberin.

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