06.10.2009
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Mobile Informationstechnik

So investieren Sie sinnvoll in IT-Produkte

Wer Geschäftsabläufe verbessern und beschleunigen möchte, schafft sich mobile Informationstechnik an. Doch was sollten Chefs bei der Investition beachten? Ein Experte gibt Antworten.

Um die gefährlichsten Klippen zu "umschiffen" und Fehler bei der Umsetzung zu vermeiden, beantwortet Dr. Wolff als herstellerunabhängiger Experte Fragen zum Thema "Mobile Workforce".

Welche Faktoren sollte ich bei der Kosten-Nutzen-Analyse einer Investition im Mobile-Workforce-Umfeld berücksichtigen?

Der Nutzen mobiler Systeme liegt in der Geschwindigkeit, in der besseren Kundenbindung oder in der Motivation der Mitarbeiter. Die daraus resultierenden Wettbewerbsvorteile sind schwer monetär zu bewerten. Ich denke, dass - wie bei allen Systemen zur Verbesserung der Kommunikation - eine rein quantitative Nutzenbetrachtung nicht ehrlich ist.

Beobachten Sie demnach sehr genau die Kostenseite! Investitionen und laufende Kosten sind nicht alles. Beziehen Sie in Ihre Analyse mit ein, dass zum Beispiel infolge längerer Systemverfügbarkeit oder durch zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen Folgekosten entstehen können.

Welche Risiken sehen Sie beim Einsatz mobiler Anwendungen?

Da fallen mir als Erstes die Themen "Datenschutz" und "Gesundheit" ein. Denn je mehr Technik Sie einsetzen, umso verletzbarer wird der Mitarbeiter. Die Leistung und das Verhalten werden immer kontrollierbarer und selbst bei Krankheit, im Urlaub oder an Wochenenden steht ihm ein mobiler Arbeitsplatz zur Verfügung. Der Mitarbeiter selbst verstärkt dann noch die Stressfaktoren, indem er "schnell noch" am Sonntagabend seine Mails beantwortet und die Präsentationen für die kommende Woche zusammenstellt.

Ein weiteres Risiko ist die Datensicherheit. Es sollte in einem Projekt frühzeitig definiert werden, welche Daten tatsächlich unterwegs benötigt werden, wie diese Daten gesichert, synchronisiert oder gelöscht werden und welche Anforderungen an Vertraulichkeit zu erfüllen sind. Richten Sie danach nicht nur die Technik entsprechend ein, sondern treffen Sie gleich auch angemessene organisatorische Maßnahmen - von Sicherheitsrichtlinien über Verbote bis hin zum Notfallplan nach Verlust eines Gerätes.

Was ist nach Ihrer Erfahrung charakteristisch für weniger erfolgreiche Projekte im Bereich "Mobility"? Worauf sollte man achten?

Die Praxis zeigt, dass häufig die zentralen Systeme noch nicht für einen mobilen Zugriff geeignet sind. Der zweite Fehler ist, dass die eigentlichen Geschäftsziele nicht messbar gemacht werden. Das heißt, es sollten zum einen frühzeitig Kennzahlen definiert werden - etwa für neue Kundenkontakte, für die durchschnittliche Bearbeitungszeit oder Qualitätskennzahlen - und zum anderen die Arbeitsergebnisse - im einfachsten Fall die vollständige Stammdatenpflege - sorgfältig darauf überprüft werden, ob sie Ihren Erwartungen entsprechen.

Zuletzt sehe ich immer wieder, dass der Projektleiter zu technikverliebt ist und die "weichen" Faktoren zu wenig berücksichtigt. Mobile Workforce hat fast immer etwas mit Zusammenarbeit zu tun - ob nun mit dem Kunden oder zwischen Innen- und Außendienst. Hierzu sind unbedingt zusätzliche vertrauensbildende Workshops sowie Maßnahmen zur Bildung von schlagkräftigen Teams erforderlich. Evaluieren Sie dabei regelmäßig die Zufriedenheit Ihrer Kunden und Mitarbeiter!

Weitere Information zum Thema "Mobile-Workforce" finden Sie auf www.nextbusiness-it.de

Dr. Christian Wolff ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Systeme und Anwendungen der Informationsverarbeitung.

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