So sichern Sie Ihre Unternehmensfinanzen ab
Sind Sie bereit für die Zweitbank?
Finanzierungsexperten raten immer wieder zum Aufbau einer zweiten Bankbeziehung – neben der Hausbank. Lohnt sich das? Handwerksmeister Ralf Schröder ist begeistert - und wir zeigen, wie es geht.
Eine Zweitbank? Für Ralf Schröder (46) kein Thema – er hat eine. "Ich habe ja auch nicht nur einen einzigen Holzlieferanten, sonst wäre ich viel zu abhängig", sagt der Tischlermeister aus Brande-Hörnerkirchen,
Für ihn ist die zweite Bank reine Risikovorsorge – "man weiß ja nicht, ob sich bei der Hausbank nicht mal etwas ändert". Dass ein Teil der Umsätze und Kredite über die andere Bank laufen, stärkt seine Position bei der Hausbank. "Das gibt mir eine gewisse Verhandlungsstärke, zum Beispiel wenn es um Zinsen geht."
Lohnt sich eine Zweitbank für jeden?
Finanzierungsexperten wie der Unternehmensberater Carl-Dietrich Sander aus Neuss raten grundsätzlich zur Zweitbank: "Niemand kann vorhersagen, ob sich nicht irgendwann die Kreditpolitik einer Bank ändert. Das kann auch wirtschaftlich gesunde Betriebe treffen." Erst dann eine neue Bankbeziehung aufzubauen, sei sehr schwer, betont der Leiter der Fachgruppe Finanzierung/Rating im KMU-Berater-Verband.
Hier Sanders Tipps, wie Sie beim Aufbau einer zweiten Bankbeziehung vorgehen:
1. Der richtige Zeitpunkt
Werden Sie aktiv, wenn es Ihrem Betrieb wirtschaftlich gut geht. Warten Sie nicht darauf, dass die Hausbank Druck macht.
Weitere Links
2. Die richtige Wahl der Bank
Sparkassen und Volksbanken sind für Handwerker meist die erste Wahl. Ist die eine die Hausbank, dann gehen Sie zu der anderen. Allerdings rät Sander dringend dazu, sich vorher über die wirtschaftliche Situation der Bank zu informieren. "Durch Basel III werden einige Kreditinstitute Probleme bei der Vergabe neuer Kredite bekommen. Dann nützt Ihnen die neue Bank wenig."
Sanders Empfehlung: Hören Sie sich bei anderen Handwerkern um, achten Sie auf Meldungen in Zeitung und Internet - oder fragen Sie Experten.
Nächste Seite: Kreditlinie von Anfang an - auch bei der zweiten Bank!

1 Kommentar zu "Sind Sie bereit für die Zweitbank?"
Im Prinzip hat Herr Sander Recht, nur sind seine Vorschläge für Kleinbetriebe auch praxisgerecht? Der Handwerker soll sich also über die wirtschaftliche Situation der Bank informieren? Durch "umhören" bei anderen Handwerkern und durch Zeitung und Internet!!! Und dann? In vielen Regionen gibt es nur noch eine Sparkasse und eine Genossenschaftsbank.
In einem stimme ich Herrn Sander zu: Nur in guten Zeiten, also in geordneten wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnissen, ist eine solche Zweit-Bankverbindung i. d. R. machbar. Ein zweites laufendes Konto ausschließlich im Guthabenbereich ist problemlos zu bekommen, zu prüfen ist aber, wie die Hausbank darauf reagiert.