Niedriglöhne im Handwerk
Sind die Innungen verantwortlich für Niedriglöhne?
Viele sehen das Problem, jedoch keine Lösung
Vor und nach der stern TV-Sendung wurde auf der von Frisuermeister
René Krombholz
gegründeten Facebook-Gruppe „Keine Billigpreise auf Kosten der Menschen“ (wir berichteten) wild diskutiert.
Viele sind betroffen, doch eine Lösung hat keiner parat. Hier haben wir einige Aussagen zusammengefasst, etliche mehr finden Sie auf Facebook.
Aufstockung mit Hartz IV geht gar nicht!
"Gestern habe ich mich geschämt, Teil dieser Branche zu sein. So geht es nicht weiter", kommentiert Ralf Steinhoff aus Reutlingen die Sendung. "Ich mag nicht mit derartigen Machenschaften in Verbindung gebracht werden. Aufstockung von Hartz IV? Wir haben noch nie auf irgendwelche Zuschüsse gesetzt. Deswegen erwarte ich auch Abgabenentlastungen und kann sie mit ruhigem Gewissen fordern. Aber Geschäftsmodelle in unserer Branche, die staatliche Zuschüsse einplanen."
Das Geld muss auch verdient werden
Bianca Dürmeyer relativiert die Lohndebatte: Warum sollte jede "Haarabschneiderin" gleich 13 Euro pro Stunde bekommen? Nicht falsch verstehen. Ich bin definitiv für bessere Löhne. Doch sollte man unseren Beruf nicht als absoluten Traumberuf darstellen. Bisschen schminken, Haarspray und mehr muss man nicht können um gut Geld zu verdienen. Das Geld sollte wirklich verdient werden.
Diskussion um Lohngrenzen: Konträre Meinungen innerhalb der Branche
Zum Thema Mindestlohn schreibt in der gleichen Facebook-Gruppe Peter Hagen: "Nötig ist nur ein Gesetz mit einer Lohnuntergrenze, fertig. In vielen anderen Branchen gibt es die schon. Warum nicht im Friseurhandwerk?"
Die Antwort von Doris Ortlieb: "Nein, den brauchen wir nicht. Der schadet mehr als er nützt. Mit einem gesetzlichen Mindestlohn wird das Friseurhandwerk zum Spielball der Politik. Das wäre ein lustiges Bieten im Wahlkampf. Wenn z.B. die Union mit 7,50 Euro ins Rennen geht, die SPD einen Euro drauflegt und die Linke ihre bereits bestehende Forderung von 10 Euro erneuert. Es ist Sache der Tarifparteien Löhne auszuhandeln."
Weitere Artikel zu diesem Thema:
- Mit wie viel Geld kann ein Handwerker leben?
- Kampfansage gegen Dumping-Löhne
- Die Dienstleister der Dumping-Löhne
(ja/jw)
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Moin, moin (wer auch immer)
diese Diskussion um die Löhne kann ich schon kaum noch hören.
Fakt ist doch, der Preis wird am Markt bestimmt. Also was ist der Kunde bereit, für ein Produkt / Leistung auszugeben.
Nur danach und nach nichts anderem kann sich der Lohn berechnen.
Davon sind ALLE betroffen, nicht nur Friseure.
Also sind da zum Einen die Fixkosten (Räume, Fahrzeuge, ...), welche gedeckt werden müssen. Dazu kommen die variablen Kosten, (Energie, Verbrauchsstoffe, ....).
Dann wollen wir auch Vater Staat nicht vergessen, der permanent neue Möglichkeiten findet, Leistungen zu verteuern (ich denke da nur an die neue GEZ Regelung, nach der PKW’s, LKW’s und Mitarbeiter als „Empfangsgeräte“ eingestuft werden). Und natürlich die Kammern und die Innungen.
Und nun fragen Sie mal den Friseur, wie sich die 16€ des Haarschnitts echt aufteilen. (Sie haben doch "Connections")
Ach ja, alternativ muss natürlich auch die „gute Freundin“ berücksichtigt werden. Das ist die Person, die in die Wohnung kommt, dort den Haarschnitt für 10 € und einen Kaffee erledigt und mein Bad sanierungsbedürftig hinterlässt.
Mit freundlichen Grüßen tugu