Mobile Kommunikationslösungen
Sieben Stunden pro Mann und Woche
Höhere Produktivität, geringere Kosten und mehr Aufträge - immer mehr Unternehmer sehen mobile Kommunikationslösungen als einen Erfolgsgaranten.
Vor einiger Zeit hat der Tankstellen-Vollversorger Topteq aus Hamburg seine interne Auftragsvermittlung komplett umgestellt. Der Servicetechniker-Einsatz wird jetzt per E-Mail über Smartphones realisiert. "Dadurch konnte die Produktivität unserer Mitarbeiter klar gesteigert werden", sagt Stephan Giehl, IT-Adminsitrator des Handwerksbetriebs.Das Beispiel zeigt: Mobile Kommunikation ist aus dem Geschäftsalltag der meisten Handwerksbetriebe nicht mehr wegzudenken.
"Wir sparen bei jedem unserer über 80 Techniker bis zu sieben Stunde pro Woche", freut sich Giehl. Das Unternehmen hat sich auf die Wartung und Instandhaltung von mehr als 14.000 Tankstellen in ganz Deutschland spezialisiert. 130 Mitarbeiter sind von Hamburg aus im Einsatz.
Damit ist die Firma kein Einzelfall: Die Kommunikation ist längst nicht mehr aufs bloße Mobiltelefonieren beschränkt. Fast 60 Prozent aller Betriebe generieren heute neue Aufträge nur aufgrund der Tatsache, dass sie auch mobil ständig für potenzielle Neukunden erreichbar waren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Blackberryherteller Research in Motion (RIM) beim britischen Marktforschungsinstitut Ipsos Mori in Auftrag gegeben hat.
Der Studie zufolge sind deutsche Chefs kleiner und mittlerer Betriebe (KMU) längst mobiler als ihre europäischen Kollegen. Denn mehr als die Hälfte der 150 Befragten aus Deutschland gab an, ihren Arbeitsalltag nicht im Büro, sondern im mobilen Einsatz zu bewältigen. Wichtigstes Anliegen von 73 Prozent der Unternehmer: die Möglichkeit auch unterwegs Kontakt mit ihren Geschäftspartnern zu halten.
Kunden erwarteten heute ganz einfach eine schnelle Rückmeldung auf Anfragen und eine kontinuierliche Kommunikation, heißt es in der Studie weiter, für die insgesamt 900 Unternehmer zu den aktuellen Kommunikationsbedürfnissen von KMU in ganz Europa befragt wurden. Beide Faktoren seien Garanten einer funktionierenden und erfolgreichen Kundenbeziehung, sagen 74 Prozent der Umfrageteilnehmer aus Deutschland. Dabei ist nach dem Telefonanruf beim Kunden die E-Mail der zweithäufigst genutzte Kommunikationsweg. Entsprechend verbreitet seien Smartphones in den Chefetagen von KMU, sagt Kay Koschel von Ipsos Deutschland.
Beim Wunsch nach der ständigen Erreichbarkeit von Kunden dürften Unternehmer aber auch eine überlegte Zeiteinteilung nicht außer acht lassen, warnt Lothar Seiwert. Der Coach für Zeit- und Lebensmanagement betont, dass die moderne Technik viele Möglichkeiten des Zeitmanagements bietet - doch die "werden nicht immer ausgeschöpft". Eine Geschäftsreise mit längerer Fahrt im Zug eigne sich beispielsweise, um in Ruhe dringende E-Mails zu beantworten und wichtige Korrespondenz mit Kunden und Partnern zu erledigen, empfiehlt der Experte.
Konsequent eingesetzt lassen sich mit einem modernen Smartphone durchschnittlich 60 Minuten Zeit am Tag einsparen. Das zeigt eine andere Studie von Ipsos Mori.
(ha)
