In Bild-Zeitung berichtet ein "Rentner Karl" von seinem Schicksal: 30 Jahre hatte er eine Druckerei aufgebaut, zuletzt mit 25 Mitarbeitern. Der Verkauf sollte die Altersvorsorge sichern, das Eigenheim bis dahin längst abbezahlt sein. Doch der Käufer meldete Konkurs an, überwies nur 15.000 statt der vereinbarten 250.000 Euro.
Weil "Karl" für den Wert der Firma gebürgt hatte, fordert die Bank nun 125.000 Euro von ihm. Weitere Schulden, die der Rentner bedienen muss: Ein Hauskredit (126.000 Euro), Pacht und Nebenkosten für das Haus (30.000 Euro) und die Leasingkosten des ehemaligen Dienstwagens (4000 Euro). Hinzu kommen laufende Ausgaben.
Dem stehen eine Altersrente von 900 Euro und eine Witwerrente von 500 Euro gegenüber. So steigen die Schulden des 71-Jährigen jeden Monat um weitere 910 Euro.
Und so rettet sich der Mann über die Runden:
- Um die Raten für das Haus zu bezahlen, hat er einen Teil der Rente an die Bausparkasse abgetreten. So kommen andere Gläubiger nicht an dieses Geld.
- Der Grundstückseigentümer wurde ins Grundbuch eingetragen und verzichtet dafür auf weitere Pacht und Nebenkosten.
- Sein Wagen - ein alter Golf - ist vor der Pfändung sicher, weil der Kfz-Brief bei der Bank liegt, die den Wagen finanziert.
- Mit einem 400-Euro-Job verdient er etwas dazu.
- Auf eine Privatinsolvenz verzichtet er. Danach wäre er zwar in sieben Jahren schuldenfrei, müsste dafür aber sein Haus verkaufen.
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(jw)







