Es gibt knapp 150 000 Rechtsanwälte in Deutschland, die wiederum in 19 Fachanwaltschaften aufgeteilt sind. Da ist der Überblick nicht ganz einfach. Wichtig für die Suche nach dem passenden Anwalt sei an erster Stelle das Netzwerk des Unternehmers, sagt der Geschäftsführer der Bundesrechtsanwaltskammer, Christian Dahns.
Seine Tipps:
- Erfragen Sie im Freundeskreis und bei Kollegen, welche Erfahrungen mit Rechtsanwälten vorliegen. Das ist natürlich mit einer Restunsicherheit behaftet, denn ein Unternehmer bewertet einen Anwalt aus seiner Laiensicht.
- Neben dem kostenlosen Suchservice der regionalen Rechtsanwaltskammer können Rechtsuchende auch auf kommerzielle Angebote zurückgreifen, etwa des Otto Schmidt Verlags oder des Deutschen Anwaltvereins.
- Die speziellen Kenntnisse eines Fachanwalts sind nicht immer erforderlich. Wenn ein Fall leicht lösbar ist, muss ein Betrieb nicht auf eine Kanzlei setzen, deren Vergütungsvorstellungen häufig höher sind als die des „Einzelanwalts um die Ecke“.
- Bei einem Fachanwalt hat der Rechtsuchende allerdings die Gewähr, dass es sich um eine überprüfte Spezialisierung handelt. Fachanwälte durchlaufen eine besondere theoretische Ausbildung und müssen der Anwaltskammer eine bestimmte Zahl von Fällen und Fortbildungen nachweisen.
Ein weiterer Tipp eines Praktikers: Merken Sie sich die Namen von Fachanwälten, die ihre Tipps in Fachzeitschriften veröffentlichen, empfiehlt der Bremerhavener Unternehmer und Photovoltaik-Experte Jörg Tuguntke: "Passt das Thema, hat er Ahnung, passt es zusammen."
Doch auch wenn der Anwalt noch so fähig ist, auf eines müssten Unternehmer achten, ergänzt der SHK-Meister Walter Dülberg: „Juristen kennen zwar das Gesetz, die Technik aber müssen wir erläutern.“ Sein Ratschlag: Betriebsinhaber sollten die Schriftsätze, die Anwälte verschicken, immer erst vorschreiben, prüfen und freigeben.
(sfk)







