Kollegen anschwärzen?
Schwarzarbeit: Kontrollieren, anzeigen, verhindern
Die Schattenwirtschaft belastet das Handwerk. Doch was hilft wirklich gegen schwarze Schafe?
Dass die Probleme mit der illegalen Konkurrenz zunehmen, verdeutlicht eine eine aktuelle Studie des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen. Nach der legt die Schwarzarbeit im laufenden Jahr in Deutschland um zwei Prozent zu. Großen Einfluss auf diese Entwicklung hat den Wissenschaftlern zufolge vor allem die Arbeitslosigkeit und die Kurzarbeit. Hier wachse die Bereitschaft in der Schattenwirtschaft Einkommen zu erzielen, zeigt die Studie.
Wie man der Schwarzarbeit entgegentreten muss? „Ganz klar, mit schärferen Kontrollen“, sagt Ilona Klein, Sprecherin des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes. Entsprechend positiv bewertet sie die Nachricht aus dem Bundesfinanzministerium, nach der die Zahl der Ermittler bei der FKS aufgestockt wird. „Die bisher geplanten 200 zusätzlichen Stellen sind aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisiert die Expertin.
Und die schwarzen Schafe einfach anzeigen? Genau darauf setzt die Aktion schwarzarbeit-hinterlaesst-spuren.de, die die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen gemeinsam mit dem Landkreis Göttingen initiiert hat. Auf der Website steht ein Formular bereit, mit dem Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung gemeldet werden könnrn – im Zweifel auch anonym. „Regelmäßig gehen Anzeigen über die Website bei uns ein. Neulich sogar aus dem Odenwald, aus Berlin, Rheinland-Pfalz und aus Nord-Sachsen“, sagt Sabine Heuer, stellvertretende Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen.
Je nach Art des angezeigten Deliktes alarmiert die KH die zuständigen Stellen beim Landkreis oder beim Zoll. Die nehmen dann die Ermittlungen auf. „Was auffällt“, sagt Heuer, „ist die Tatsache, dass auch Unternehmer schwarze Schafe anzeigen.“ Früher sei das anders gewesen. Möglicherweise sei da die wirtschaftliche Not noch nicht so groß gewesen. „Heute empfehlen wir unseren Mitgliedern Schwarzarbeit anzuzeigen“, sagt Heuer.
Dass das Unrechtsbewusstsein gegenüber der Schattenwirtschaft zunimmt, hat sich unlängst im Harz gezeigt. Dort war ausgerechnet die ehemalige Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Osterode angezeigt worden – und trat später von ihrem Posten zurück. Für Heuer ist das ein weiterer Beleg dafür, dass „Aktionen wie unsere Website die Öffentlichkeit ganz einfach stärker für das Thema sensibilisieren“.
Hinnehmen oder handeln? Wie gehen Sie mit Schwarzarbeit um?
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(ha)

1 Kommentar zu "Schwarzarbeit: Kontrollieren, anzeigen, verhindern"
Anfang des Jahres habe ich einen Mitarbeiter wegen Schwarzarbeit fristlos gekündigt. Das Arbeitsgericht war da aber anderer Meinung. Die ganze, für das agieren der Arbeitsgerichte typische, Geschichte auf meinem Blog: http://bit.ly/d6ra2k
Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Werner Deck