Einfache Wahrheit – schwieriger Prozess
Schnellsanierung: Kosten runter, Umsatz rauf!
Welche typischen Fehler begehen Betriebsinhaber?
Gibt es einen typischen Fehler, den Chefs in dieser Phase begehen?
Allerdings. Es fehlt das Bewusstsein, dass eine Krise ihre eigenen Mechanismen hat und dass radikale Maßnahmen erforderlich sind, um aus der Krise herauszukommen. In dieser Phase laufen Unternehmer zur Bank, die Bank nimmt ihre Sicherheiten, dann gibt’s ein bisschen Geld und alle machen weiter wie gewohnt. Aber: Wenn ich Geld in die Firma stecke, muss ich in eine Sanierung, in einen Veränderungsprozess investieren.
Wie würden Sie sich selbst als Berater innerhalb einer Sanierung beschreiben?
Dynamisch mit einer gewissen Aggressivität, denn die ist in der Krise notwendig. Ich rede immer Klartext. Dafür gebe ich den Betrieben bereits im Erstbesprechungstermin eine Perspektive, nicht nur das Leben geht weiter, auch das Unternehmen kann gerettet werden. Andererseits weiß der Unternehmer nach dem ersten Gespräch, dass er die Komfortzone verlassen muss.
Sie reden über Sofortmaßnahmen?
An oberster Stelle steht immer: Umsatz hoch, Kosten runter. Das ist die Basis jeder Sanierung, knallhart, ansonsten bekomme ich keine Kehrtwende hin. Oft müssen beispielsweise Tätigkeiten, die bisher nebenher gelaufen sind, aktiviert werden. Der Tischler, der nur Regale produziert, früher aber auch Küchen gebaut hat, muss das gegebenenfalls reaktivieren. Der Grundsatz der Trägheit muss ausgeschaltet werden.
Wieso kommt es eigentlich so oft zur Katastrophe?
Ein Unternehmen ist eine lebendige Einheit. Es gibt immer wieder Baustellen, die bearbeitet werden müssen. Das ist wie mit einem Loch in einem Zahn, das sich immer mehr vergrößert, irgendwann muss der ganze Zahn entfernt werden. Werden die Baustellen nicht abschließend bearbeitet, schießt sich das Unternehmen selber ab. Und Nachlässigkeiten sind immer der Tod eines Unternehmens. Nachlässigkeiten sind auch die Hauptursache für eine Insolvenz.
