20.07.2010
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Einfache Wahrheit – schwieriger Prozess

Schnellsanierung: Kosten runter, Umsatz rauf!

Sie glauben, dass es Ihrem Betrieb gut geht? Ernsthaft? Dann sollten Sie das handwerk.com-Gespräch mit dem Sanierer Michael Pahlke aufmerksam lesen. Die Wirklichkeit könnte nämlich ganz anders aussehen.

 - Foto: Privat
Foto: Privat

Wenn der Düsseldorfer Sanierer Michael Pahlke Tipps gibt, weiß er genau, wovon er spricht - denn der Rechtsanwalt ist vor Jahren mit einer Sozietät in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Pahlke hat sich selbst im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens innerhalb von zwölf Monaten komplett entschuldet. Jetzt ist er auf die Schnellentschuldung und das Insolvenzplanverfahren spezialisiert, er "peitscht" Betriebe durch das Insolvenzverfahren.

Herr Pahlke, was ist eine typische Eigenschaft der Kunden Ihrer Kanzlei?

Die meisten haben den Überblick über ihren Schuldenstatus verloren, die Leute leiden unter Realitätsverlust. Ein Unternehmer, der seinen Betrieb schließen muss, hat mit 40 oder 50 Jahren kaum eine Perspektive. Es winkt kein Anstellungsverhältnis, eine neue Firma kriegen sie auch nicht so leicht gegründet. Wenn sie einmal abwickeln, ist die Kundschaft weg, die Auftragslage rückläufig, der Neuanfang extrem schwierig. Dann hilft nur ein vernünftiges Insolvenzplanverfahren - es muss weitergehen.

Und das funktioniert auch bei Einzelunternehmen?

Ja, ganz aktuell beraten wir eine einen Kfz-Meister, dessen Kunden in keiner Phase bemerken werden, dass sein Betrieb Probleme hat. Wir sorgen für einen reibungslosen Fortgang, auch während des Insolvenzverfahrens - wenn der vier Wochen schließen würde, wären auch die Kunden weg. Aber darum muss sich ein Berater intensiv kümmern. Unser Mandant hat mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Freigabe zur selbstständigen Tätigkeit bekommen. Er hat weder Kunden noch Lieferanten verlieren.

Und was meinen Sie mit "Realitätsverlust"?

Auch wenn Monat für Monat Fehlbeträge produziert werden, besteht bis zuletzt Hoffnung. Es gibt Betriebsinhaber, die ihre Krise nicht erkennen, weil sie permanent in der Krise sind. Sie sind quasi betriebswirtschaftlich erblindet. Wenn ich als Unternehmer Jahr für Jahr zweistellige Zuwächse hatte, bin ich gesund. Wenn ich plötzlich nur noch fünf Prozent zulege, bin ich an sich schon ein Sanierungsfall. Wenn ich das erste Mal in die Verlustphase gehe, bin ich ganz sicher ein Sanierungsfall. Dann stimmt etwas nicht im Betrieb.

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