02.09.2010
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Gesundheitshandwerk

Schmutzige Geschäfte

Bei der Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln verdienen einige Orthopäden offenbar kräftig mit.

 - Foto: bilderbox
Foto: bilderbox

Nach dem Bericht auf handwerk.com über unlautere Machenschaften bei der Versorgung mit Hörgeräten meldet ein Schuhmachermeister ähnliche Fälle aus dem Orthopädieschuhmacherhandwerk. Seit Jahren beobachte er Bestechung in der Branche. Handwerk.com nannte der Handwerker drei Varianten, wie sich Ärzte an der Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln bereichern:

  • Verrechnung von zehn Prozent von Rezeptumsätzen zu ihren Gunsten,
  • Einmietung von Sanitätshausfilialen in Arztpraxen,
  • über die Ehefrau oder andere Treuhänder vermittelte Beteiligung der Orthopäden an Sanitätshäusern.
„Diese Phänomene gehören zu unserem Tagesgeschäft“, bestätigt Dina Michels. Die Chefermittlerin der KKH-Allianz in Hannover erklärt: „Damit verstoßen die Ärzte gegen die Berufsordnung für Ärzte, die nicht ärztlichen Leistungserbringer gegen die geltenden Verträge und seit April 2009 auch gegen § 128 SGB V.“ Bei der Abrechnung mit der Kasse werde Betrug begangen, weil diese den Versorgungsweg nicht erkennen können. Außerdem werde das geltende Wettbewerbsrecht verletzt und im Einzelfall seien Korruptionsvorwürfe zu prüfen. Die Schmiergelder, die in diesem Bereich fließen, verteuerten das System insgesamt, betont Michels.

­Der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin äußerte sich auf Nachfrage von handwerk.com nicht zu den Vorwürfen. 

Bei dem nordrhein-westfälischen Schuhmachermeister macht die Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln nur rund ein Viertel seines Umsatzes aus. „Ich würde nie bei Ärzten Klinken putzen gehen“, sagt er. Wessen Umsatz allerdings zu 80 Prozent im Bereich gesundheitlicher Versorgung liege, für den sei die Versuchung sicherlich größer.

(bw)

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