So behalten Sie den Blick fürs Ganze
Schluss mit Reinsteigern
Ein kniffliger Auftrag, Ärger über einen Mitarbeiter, Existenzängste: Wer dazu neigt, sich in etwas hineinzusteigern, kommt aus dem Tritt. Schlaflosigkeit, Unzufriedenheit und dünne Haut sind die Folge. So machen Sie Schluss mit Reinsteigern.
Eine Frage der Perspektive
Wer sich reinsteigert, hat eine verengte Sicht auf Probleme
"Wie alles im Leben hat auch das Reinsteigern zwei Seiten", betont Wirtschaftspsychologe Winfried Neun. Über das, worauf Sie sich konzentrieren, erfahren Sie eine ganze Menge. Wichtige Details kommen ans Licht.
Auf der anderen Seite leidet, wer sich reinsteigert, am Tunnelblick und verliert schnell an Lebensqualität. Plötzlich ist die Weltsicht verengt, der Mitarbeiter nur schlecht, die Selbstständigkeit ein Graus.
Raus kommen Sie aus dieser Falle nur, wenn Sie sich bemühen, wieder das große Ganze zu sehen. Tun Sie es nicht, drohen Extremsituationen. Entweder Sie grämen sich bis hin zum Magengeschwür. Oder aber, Sie sind derart auf Erfolge fixiert, dass Sie zum notorischen Gewinner werden.
Dieser tut zwar alles in seiner Macht stehende, um Ziele zu erreichen. Er bringt sich aber auch um alles andere, skizziert Neun. Falls er scheitert, macht er andere Menschen schlechter, um selbst besser dazustehen.
Fazit: Reinsteigern erzeugt auf Dauer Leidensdruck. Dabei leiden Betroffene besonders unter ihrer gefühlten Hilflosigkeit. Denn der Weg raus aus dem Teufelskreis "Reinsteigern" offenbart sich selten einfach so. Krank macht reinsteigern, wenn es Ihnen kaum noch gelingt, sich selbst wieder zu beruhigen.
So machen Sie Schluss mit Reinsteigern – Tipps von Winfried Neun
1.
Erkenntnis
Wer sich in etwas reinsteigert, ist sich dessen nicht immer bewusst. Folgende Warnsignale sind der erste Weg zur Erkenntnis, dass Sie auf der falschen Spur sind.
Ihre Umwelt:
Achten Sie darauf, was Ihnen Ihr Umfeld spiegelt.
- Haben Sie vor Kurzem noch genau das Gegenteil behauptet?
- Hält man Ihnen entgegen, Dinge zu schwarz zu sehen oder zu beschönigen?
- Haben Sie nur noch ein Thema?
Hören Sie zu und stellen Sie Ihre eigene Perspektive auf den Prüfstand
Ihre Worte:
- Pauschalisierungen wie "immer", "ständig", "nur noch" kennzeichnen einseitiges Denken
- Andere sind plötzlich "Idioten", "haben keine Ahnung" oder kommen Ihnen grundschlecht vor
- Ihre Gedanken schlagen immer wieder die gleiche Richtung ein
- Die Informationen zu einem bestimmten Aspekt, einer bestimmten Person wiederholen sich
Bemühen Sie sich, sich dessen bewusst zu werden.
Ihr Körper:
Reinsteigern wird oft begleitet von:
- hoher Herzfrequenz
- hohem Blutdruck
- Schweißausbrüchen
