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14.07.2008
IT & KOMMUNIKATION
HARDWARE
Restrisiko am Rechner
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Stromausfall, Bedienfehler, Diebstahl: Wenn die Computer ausfallen, hängt der Betrieb in der Luft. Eine EDV-Versicherung fängt das Risiko auf. Doch darauf sollten Sie achten:

Das hat weh getan. Zweimal, kurz hintereinander, ist in Matthias Schultzes Unternehmen eingebrochen worden. Und beide Male haben die Diebe die Rechner davon geschleppt. „Die haben das Herz des Betriebs herausgerissen“, ärgert sich der Maler- und Lackierermeister aus Isernhagen über die Langfinger. Die Geschäftsversicherung deckt die Computer ab. Doch dieser Schutz reicht ihm nicht mehr. Seit drei Monaten hat er eine Elektronikversicherung. Rechner, Software, Laser-Aufmaßgeräte, Blackberrys – seine Police schließt alles ein. „Wir brauchen diese Absicherung. Die Prozesse in der Firma müssen gewährleistet sein“, betont der junge Handwerksunternehmer.

Elektronikversicherungen sind an einigen Stellen grundsätzlich anders gestrickt als Geschäftsversicherungen. Das sollten Sie hinterfragen:

Welche Produkte sind versichert? Die Police kann sich auf fast alle elektronischen Geräte und Anlagen erstrecken – von der Informations- und Bürotechnik bis zu Mess-, Prüf- und Regelsystemen in der Werkstatt. Auch Software und Daten lassen sich versichern. Im Gegensatz zur Inhaltsversicherung gilt jeweils: Was nicht versichert wird, steht Punkt für Punkt im Vertrag. Der Schutz greift bei allen unvorhergesehenen Sachschäden (Lesen Sie auch: Vier Fragen an den Fachmann)

Inwieweit sind mobile Geräte geschützt? Ob bei Geschäftsessen mit Kunden, während der Arbeit auf der Baustelle oder auf Dienstreisen im Ausland: Laptops, Blackberrys und Handys locken Diebe an. Die Elektronikversicherung umfasst in der Regel mobile Geräte. Im Vertrag wird festgelegt, welcher Anteil der Versicherungssumme das „bewegliche Risiko“ abdeckt.

Wer zahlt bei Virenschäden? Störungen, die Viren, Würmer oder Trojaner verursachen, sind standardmäßig nicht durch die Elektronikversicherung abgedeckt. Das gilt auch für Schäden, die Geschäftspartnern entstehen, wenn ein infizierter Firmenrechner Schädlinge weiterleitet.

Wie hoch sind die Prämien? „Die jährlichen Mindestbeiträge sind sehr unterschiedlich“, betont der Hamburger Versicherungsmakler Roger Heim. Die Spanne reiche je nach Leistung der Versicherung von etwa 50 Euro bis über 200 Euro. Was Chefs kleinerer Betriebe in Kauf nehmen müssen, wenn sie eine Police unterschreiben: „Ihre EDV hat oft weniger als 5000 Euro gekostet, die Versicherungssummen aber beginnen erst bei 10 000 Euro.“

Was muss man selber zahlen? „Genau ansehen sollte man sich die Selbstbehalte im Vertrag“, rät Heim. Die Beträge schwanken je nach Versicherung, Schaden und Ort des Geschehens:„Es kann einen großen Unterschied ausmachen, ob der Laptop aus dem Büro oder Auto geklaut wird“, sagt der Experte über die Klauseln in manchen Verträgen.

Wie gesichert ist die Wiederbeschaffung? Seriöse Versicherer rechnen in ihren Policen so, dass Kunden nach einem Schaden nicht mit leeren Händen dastehen, sagt Heim und warnt vor Billiganbietern. Die kalkulierten zum Beispiel so: „Ein mehrere tausend Euro teurer Laptop wird nach zwei Jahren mit nur noch 400 Euro bewertet. Der tatsächliche Wert liegt bei 1000 Euro, der Selbstbehalt bei Diebstahl beträgt 500 Euro.“

Wer sollte sich absichern? Eine Elektronikversicherung kann auch für Kleinstbetriebe sinnvoll sein. Entscheidende Fragen für Unternehmer: Wie groß ist das finanzielle Risiko, wenn die EDV-Anlage ausfällt? Wie gut sind die Computer vor Gefahren geschützt? Welches Restrisiko bleibt?

Was geht das den Banker an? Schäden an der EDV ohne hinreichende Absicherung können die Existenz von Betrieben gefährden. Banken verlangen daher häufig einen Versicherungsnachweis, bevor sie einen Kredit vergeben.



Weiterlesen:
  [Restrisiko am Rechner ]
  [Vier Fragen an den Fachmann]


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