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02.07.2009
HANDWERK
AKTUELL
Verbrecher verraten – Job verloren
Handschellen-Haende
Eine Handwerkerin aus Hamburg hat den Schwerverbrecher Thomas Wolf an die Polizei verraten. Und wurde deswegen ihren Job los.

Wolf hatte in Hamburg eine Kontaktanzeige aufgegeben – Heidi J. war daraufhin mit ihm ausgegangen. Weil die Kosmetikerin aber bald Verdacht schöpfte, wandte sie sich an die Polizei, berichtet stern.de. Ihr Hinweis habe dann zur Verhaftung Wolfs im Mai geführt.

Dass sie für diesen Hinweis mit ihrem Job bezahlen musste, ahnte die 58-jährige wohl nicht. Ihre Vermieterin, mit der sie sich ein Ladengeschäft teilt, habe ihr nach der Ergreifung des Verbrechers eine fristlose Kündigung geschickt.

Die Begründung darin lautete: „Du bist eine Verbrecherin, man verrät niemanden“, sagte Heidi J. dem Stern. Die Vermieterin habe ihr nach eigenen Angaben „nur gesagt, dass die Kunden sie eine Verräterin genannt hätten“.

Ergriffen von dem Schicksal der Kosmetikerin zeigte sich auch die Hamburger Polizei: „Ich finde es befremdlich, dass eine Frau, die Zivilcourage bewiesen hat, damit bestraft wird, dass sie ihre Existenz verliert“, zitiert der Stern einen Polizeisprecher.

Thomas Wolf war seit acht Jahren auf der Flucht, nachdem er im Jahr 2000 von einem Hafturlaub nicht zurückgekehrt war. Ende März hatte Wolf in Wiesbaden die Ehefrau eines Bankangestellten entführt und 1,8 Millionen Euro Lösegeld erpresst.

(ja)


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02.07.2009
HANDWERK
AKTUELL
Heimwerker helfen Hornbach
Heimwerkerin
Die Baumarktkette Hornbach vermeldet einen "überraschend starken Umsatz". Aus Sicht des Handwerks eigentlich eine ganz miese Nachricht. Oder?

"Beim Umsatz verbuchte Hornbach trotz der Konjunkturflaute ein robustes Plus – die Erlöse kletterten um 5,4 Prozent auf 819,8 Millionen Euro", berichtet die ARD.

Der Heimwerker-Trend der vergangenen Jahre halte also auch in der Wirtschaftskrise an. Die Begründung liefert die ARD gleich mit: "Schließlich können die Menschen einiges sparen, wenn sie auf Handwerker verzichten und selbst zum Hammer und zur Zange greifen."

Dass sich die Heimwerker auch Einiges einbrocken können und auf handwerkliche Qualität verzichten, lässt das Erste Deutsche Fernsehen leider aus. Vielleicht sollten sich die Fernsehmacher einmal damit beschäftigen, welche Argumente für das Handwerk sprechen – trotz der Krise.

(sfk)


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30.06.2009
HANDWERK
AKTUELL
Allzeit bereit
Daumen hoch
Warum sollen Kunden gute Stundenlöhne für gute Arbeit bezahlen? Diese Argumente sprechen für das Handwerk.

Imageschaden: Immer wieder rücken TV-Magazine die schwarzen Schafe der Branche ins Scheinwerferlicht (wir berichteten). Zeit für die Gegenoffensive. Die Redaktion hat die ersten sieben Argumente zusammengestellt. Ergänzen Sie unsere Liste zu einem "Zehn-Punkte-Programm", das potenzielle Kunden von den Vorzügen professioneller und meisterlicher Arbeit überzeugen soll.
  • Schonen Sie Ihren Geldbeutel! Thema Gewährleistung: Letztlich ist Profi-Arbeit günstiger, denn wir garantieren für unsere Arbeit.
  • Sparen Sie Steuern! Handwerkerrechnungen sind beim Fiskus bares Geld wert.
  • Denken Sie an Ihre Sicherheit! Nicht nur wenn es um Strom oder Gas geht, gibt es diverse Gesetze und Vorschriften. Wer sich nicht auskennt, riskiert seinen Versicherungsschutz.
  • Achten Sie auf Ihre Gesundheit! Die Zahl der schweren Handverletzungen als Folge von Heimwerker-Unfällen hat „stark zugenommen“. (Quelle: Medizinische Hochschule Hannover)
  • Freuen Sie sich auf ein tolles Ergebnis! Und falls es auf dem Weg dorthin Probleme geben sollte: Ihr Handwerker ist ein flexibler Typ.
  • Nutzen Sie Ihre Zeit sinnvoll! Während wir für Sie arbeiten, können Sie besser selbst Geld verdienen – oder sich um Ihre Familie kümmern.
  • Fördern Sie die regionale Wirtschaft! Wer Handwerker beschäftigt, kurbelt die kommunale Konjunktur an.
Welche weiteren guten Gründe für das Handwerk würden Betriebsinhaber auf die Liste setzen? "Durch ein professionelles Fachunternehmen ist im Falle einer Betriebsstörung der Notdienst an 365 Tagen im Jahr sichergestellt", antwortet beispielsweise Haustechnik-Spezialist Dirk Ebersbach aus Soltau.

Wir sind auf weitere Argumente gespannt, schreiben Sie der Redaktion.

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(sfk)


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25.06.2009
HANDWERK
AKTUELL
Schmierige Angelegenheit
Korruption-Dirk
Was die so genannte "Vorteilsgewährung" (letztlich) kosten kann: In der Schmiergeld-Affäre um das Fürther Bauamt sind jetzt die Urteile gesprochen worden.

Verurteilt wurden zwei Handwerksmeister und ein Angestellter der Fürther Baubehörde, berichten die Nürnberger Nachrichten. Der Fall: In exakt dem Zeitraum, in dem der Sachbearbeiter für die Sanierung eines Jugendzentrums zuständig war, hat er sich offenbar auch intensiv um ein privates Bauvorhaben gekümmert.

Zwei Betriebe, die den Zuschlag für den Auftrag für das Jugendzentrum "ergattert" hatten, sollen ihm für Arbeiten auf der eigenen Baustelle "mindestens 7000 Euro Rabatt" gewährt haben. Die Rechnungen der Dachdeckerei und der Tischlerei an die Stadt habe er dann entsprechend nach oben korrigiert. Doch "die Sache flog auf", schreiben die Nürnberger Nachrichten.

Wegen "Vorteilsannahme in drei Fällen" sei der Sachbearbeiter jetzt zu einem Jahr Haftstrafe verurteilt worden – auf Bewährung. Die Handwerker seien wegen "Vorteilsgewährung" schuldig gesprochen worden, der Dachdecker müsse 3150 Euro zahlen, der Schreinermeister 3000 Euro.

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(sfk)




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25.06.2009
HANDWERK
AKTUELL
Handwerker mutig – Kommune entmutigend
Verwaltungschaos
Sich mit der Verwaltung anlegen? Öffentlich auf die miese Zahlungsmoral einer Kommune schimpfen? Dieser Mut fehlt vielen Betriebsinhabern – sie fürchten Repressalien. Ein Handwerker in Hessen lässt sich davon nicht abschrecken.

"Boris Ried ist ein Handwerker mit Mut. Und auf die Zahlungsmoral der Stadt Frankfurt ist er nicht gut zu sprechen." Mit diesen Sätzen beginnt ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Hintergrund: Der Chef eines Fliesenfachbetriebs prangert in aller Offenheit an, dass Firmen oft "monatelang ausharren" müssten, bevor die Main-Metropole ihre Rechnungen begleiche.

Eines der Probleme, die den Geldfluss verzögern: ständige Nachträge. Und die haben aus Rieds Sicht System. Dass die Gelder für viele Projekte nicht ausreichen, stehe schon fest, ohne dass "auch nur ein einziger Spaten geschwungen worden ist".

Die Nachträge wiederum würden zwischen verschiedenen Stellen lange hin- und hergeschoben, sagt der Obermeister der Frankfurter Schreiner-Innung in der FAZ. Das Wort zum Verwaltungschaos: "Schnittstellenproblematik."

Ein Stadtsprecher behauptet in der Tageszeitung, dass die Verwaltung Rechnungen "in der Regel in 18 Tagen" begleiche. Ein Problembewusstsein gibt es scheinbar dennoch: Die Stadt hat laut FAZ den "Arbeitskreis Beschleunigung" gegründet. Bis September sollen "konkrete Handlungsempfehlungen" vorliegen.

Aus Rieds Sicht müssen die Stadtverantwortlichen aber nicht nur über bürokratischen Vereinfachungen, sondern auch über die Vergabepraxis nachdenken. Den Zuschlag erhalte meistens der billigste Anbieter und nicht der mit der höchsten Qualität. Ried: „Die Quadratmeterpreise für Fliesen liegen bei manchen Firmen fast 50 Prozent unter unseren.“

(sfk)


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23.06.2009
HANDWERK
AKTUELL
Maler leimen Juwelier
Munition
Das Handwerk als perfekte Tarnung: Nicht nur Kleinkriminelle nutzen das aus, sondern auch die ganz schweren Jungs der internationalen Gangsterszene.

An diese Geschichten hat man sich gewöhnt: Angebliche Handwerker profitieren von der Gutgläubigkeit älterer Herrschaften und stehlen ihnen das Ersparte. Dass diese Masche aber auch im großen Stil funktioniert, zeigen "kaltblütige Ganoven, die vor keiner Gewalt zurückschrecken". Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Hintergrund: Der mutmaßliche Kopf der "Pink Panthers" ist in Monaco festgenommen worden. Seit Mitte der Neunziger Jahre soll die Bande "Juwelen im Wert von etwa 200 Milllionen geraubt" haben, schreibt die SZ. Wie "clever" die Ganoven sind, veranschaulicht das Blatt am folgenden Beispiel:

Bei einem Überfall auf ein Juwelengeschäft sind die Ganoven offenbar als Maler aufgetreten. Unter anderem sollen sie die Parkbank auf der gegenüberliegenden Straßenseite gestrichen und mit dem obligatorischen "Frisch gestrichen"-Schild versehen haben: "So vermieden sie, dass sich ein potenzieller Zeuge dort niederließ."

Auch bei ihrer Festnahme in der vergangenen Woche waren sie laut SZ "nur bei näherem Hinsehen als harte Burschen auszumachen", allerdings trugen sie "Designer-Klamotten und teure Sonnenbrillen". In Monaco würde ein Blaumann wahrscheinlich mehr auffallen.

(sfk)




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23.06.2009
HANDWERK
AKTUELL
"Das sind Stammtischparolen"
Biergläser
Immer weniger Bewerber für Ausbildungsplätze im Handwerk: Woran liegt das? Jedenfalls nicht an der Qualität der Jugendlichen, sagt Tischlermeister Ansgar Kuiter.

Im niedersächsischen Emsland ist nichts zu spüren von der Azubi-Knappheit. "In unserer Region können wir problemlos alle offenen Stellen besetzen", sagt Kreishandwerksmeister Kuiter. Die wirtschaftliche Lage und der Rückgang der Schülerzahlen könnten bundesweit für die schrumpfenden Zahlen verantwortlich sein.

"Aber das Niveau der Lehrlinge ist nicht gesunken", betont Kuiter. Das seien lediglich Stammtischparolen, die das Handwerk verbreitet. Pauschalisieren könne man das nicht. „Das Handwerk ist gut positioniert und deshalb müssen wir gerade jetzt ausbilden“, sagt der Unternehmer.

Andere Erfahrungen hat Hans Heitmann gemacht. Der Zimmermeister bemängelt die fehlenden theoretischen Kenntnisse der jungen Bewerber. „Es wird immer schwieriger, den Richtigen auszuwählen“, sagt der Unternehmer aus Tarmstedt. Er bilde trotzdem aus, weil er sich in der Pflicht fühle, dem Nachwuchs eine Chance zu geben.

(ja)


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18.06.2009
HANDWERK
AKTUELL
"Aber ich lebe noch"
obst-smiley
Ein bayerischer SHK-Meister sorgt sich aus einem ganz speziellen Grund um die Auftragslage: Seine Kunden denken, er sei tot.

Werner D. hält es wie viele Menschen, er sieht sich täglich die Todesanzeigen in seiner Lokalzeitung an. Dass der 5. Juni deshalb zu einem besonderen Tag im Leben des Handwerksmeisters geworden ist, berichtet das Münchner Boulevardblatt tz. Denn an diesem Tag hat er in einer der Todesanzeigen seinen eigenen Namen lesen müssen.

Die Auflösung: Ein Namensvetter, der noch dazu „nur 250 Meter entfernt“ lebte, war gestorben. „Der selbe Name, der selbe Wohnort. Es kam, wie’s wohl kommen musste. Noch am Abend trafen im Haus des Installateurs die ersten Beileidschreiben ein“, schreibt die tz.

Anfangs nahm der 55-Jährige die Verwechslung „mit einem Schmunzeln“ zur Kenntnis und „freute sich sogar über die mitfühlenden Worte“. Doch dann hätten immer mehr Kunden wissen wollen, ob die Firma die aktuellen Aufträge nach dem Tod des Chefs noch beenden könne. Zudem machte sich D. ernsthafte Sorgen um die künftige Auftragslage: „Jeder dachte ja, ich sei tot.“

Jetzt ist Werner D. in der Augsburger Allgemeinen in die Offensive gegangen und hat eine Art Gegenanzeige geschaltet. Titel: „Ich sage Danke.“ Auch für die „zahlreichen Beileidskundgebungen“ und die „herzlichen Worte“. Und dann in Großbuchstaben: „ABER ICH LEBE NOCH!“ Schließlich will sich D. „noch lange mit meinem Rat und meiner Schaffenskraft“ für seine Kunden einsetzen.

(sfk)




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16.06.2009
HANDWERK
AKTUELL
Meister Mangelware
Wahlkreuz
Werden im nächsten Bundestag wieder mehr Handwerksmeister sitzen? Wir haben uns durch die Kandidatenlisten von zwei Bundesländern gewühlt. Das Ergebnis: ernüchternd. Was geht da schief?

SPD: 0. Grüne: 0. Linke: 0. FDP: ein Kandidat auf einem aussichtslosen Listenplatz. CDU: ein Kandidat, der den Sprung schaffen könnte. Die Handwerksmeister unter den mehr als 200 Politikern, die sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt für den 17. Bundestag bewerben, gehören zu einer seltenen Spezies.

Der Glasermeister und CDU-Politiker Eckhard Pols könnte den direkten Sprung in den 17. Bundestag schaffen. Auch wenn der Wahlkreis Lüchow-Dannenberg-Lüneburg 2002 und 2005 an die SPD ging, gilt die Entscheidung als offen, sowohl Pols als auch seine Gegenkandidatin treten zum ersten Mal an.

Doch warum gibt es so wenig Handwerker in der Politik? „Wir leben nun einmal von unserer selbstständigen Arbeit. Handwerksmeistern bleibt wenig Raum für ein Engagement nach Feierabend“, sagt Pols. Er selbst nimmt sich die Zeit. Pols ist in diversen Handwerksgremien aktiv und Ratsherr in Lüneburg. Und dann sind da noch die vier Kinder, das älteste ist 14 Jahre alt, das jüngste elf Monate.

Wie wird er sein altes Unternehmerleben organisieren, falls es zu einem neuen Leben als Politiker in Berlin kommen sollte? „Ein guter Freund und Kollege wird in die Firma einsteigen“, antwortet Pols. Seine Frau Anja verantwortet ohnehin die kaufmännische Seite des Betriebs. Und auch auf seine fünf Mitarbeiter kann er sich „hundertprozentig verlassen“.

Die Resonanz auf seine Entscheidung für die Kandidatur sei positiv. Pols‘ Erfahrung: „Handwerksmeister sind gut angesehen beim Wähler. Ich bin ja kein typischer Abgeordneter, ich bin kein Beamter oder Sozialpädagoge.“ Das klingt wie ein Aufruf an die Kollegen aller Branchen: Seid aktiv, setzt euch in den Parteien durch!

Prinzipiell sind Handwerksmeister offenbar an politischer Verantwortung interessiert. Auf unsere Umfrage zum Wahljahr 2009 „Könnten Sie sich vorstellen, für ein politisches Amt zu kandidieren?“ antworteten 46 Prozent der User des Internetportals handwerk.com mit einem klaren „Ja“. Begründung: „Der Politik fehlt es an Basis-Verstand.“

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(sfk)




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