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01.09.2008
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Beutezug mit brachialer Gewalt
Diese Schatzkammern stehen sperrangelweit offen: Auf Deutschlands Baustellen ist die Welt zu Gast bei (häufig leichtfertigen) Freunden. Die Kripo spricht von "festen Lieferschienen bis nach Asien".
Von Manfred Fischer
Sie wissen genau, was wertvoll ist. Und sie holen es sich mit brachialer Gewalt. „Diebe haben alle Stromleitungen zwischen Verteilerkästen und Maschinen auf unserer Baustelle in Braunschweig herausgeschnitten“, schildert Wolfgang Bade. Schlimmer noch: Die Steuerkabel am Kran wurden „gekappt“. Eine Woche konnten der Bauleiter der Konrad Leymann GmbH und seine Männer nicht weiterarbeiten. So lange dauerte es, bis neue „Spezialkabel“ für den Stahlriesen besorgt waren. Schaden für das Unternehmen aus dem niedersächsischen Sulingen: „10 000 Euro.“ Alltag auf Deutschlands Baustellen.
Buntmetalle ziehen Diebe an wie seit Jahrzehnten nicht. Das Kilogramm Kupfer bringt ihnen vier Euro und mehr. Und so wie sie vorgehen, haben sie einige hundert Kilogramm schnell beisammen. „Neubauten, Altbauten, Lagerhallen, Schuppen – überall wird geklaut“, berichtet der Braunschweiger Polizeisprecher Wolfgang Klages. Nicht nur freiliegendes Material wie Kabelrollen oder Bleche verschwinde von Baustellen. Elektrische Leitungen würden auch aus dem Putz gezerrt, Wasser- und Heizungsrohre aus der Wand gestemmt.
Fragt sich: Wer macht das Geschäft? Steckt eine Metall-Mafia dahinter? „In den meisten Fällen handelt es sich um ortsansässige Täter“, sagt der niedersächsische LKA-Sprecher Frank Federau. Sie entwendeten kleinere Mengen Buntmetalle. Ihre Beute verkauften sie entweder selber oder über Dritte auf dem Schrottplatz. Dort sei es schwierig, Diebesgut „zweifelsfrei“ abzugrenzen und zuzuordnen.
Weiterlesen:
[Beutezug mit brachialer Gewalt]
[So geben die Diebe auf!]


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28.08.2008
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Zwangsversteigerung mal anders
Handwerksmeister Heinrich Wellmann über eine kuriose Erfahrung mit einer Kundin – und seinen Ärger über die Justiz.
Ein Kunde ordert und erhält die Leistung xy, zahlt nicht – und verkauft sie anschließend bei Ebay. Das klingt verrückt, doch Heinrich Wellmann ist genau das passiert. Der Tischlermeister hatte die Einrichtung eines Bioladens entworfen und gebaut. Die Auftragssumme: 7500 Euro. Die Kundin war zufrieden, zahlte allerdings auch nach der dritten Mahnung nicht. Dann der Anruf eines befreundeten Tischlers: „Sieh mal ins Internet, die Dame versteigert gerade Deine Arbeit bei Ebay.“
Was Wellmann zunächst nicht glauben wollte, erwies sich als Realität. Und: Die Besitzerin des Bioladens hatte es offensichtlich eilig. Wellmann konnte auf seinem Computerbildschirm verfolgen, dass sie die Auktion vorzeitig beendete und dem bis dahin Höchstbietenden für knapp 2000 Euro den Zuschlag für die Ladeneinrichtung gab. Anschließend schrieb sie dem Käufer, dass er die Möbel sofort abholen solle, weil sie den Laden räumen müsse.
Nach der fälligen Strafanzeige stellte sich heraus, dass die Auftraggeberin „bereits den Offenbarungseid geleistet hatte als sie mir den Auftrag gab“. Dass sie letztlich mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen ist, regt den Tischlermeister aus dem niedersächsischen Drebber auf: „Aus meiner Sicht ist das ein Quasi-Freispruch für vorsätzlichen Betrug. Sie hat für meine Ladeneinrichtung abkassiert – aber ich gehe völlig leer aus.“
Hätte er nicht vorsichtiger sein und auf Vorkasse bestehen müssen? Das sei realitätsfremd und oft einfach nicht möglich, meint Wellmann: „Wenn ein Kunde bei einem 7500 Euro-Auftrag 6000 Euro anzahlen soll, ist der so schnell aus der Tür, dass ich kaum Tschüß sagen kann.“
(sfk)


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25.08.2008
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Ballermänner auf der Baustelle
Handwerker fühlen sich drangsaliert: Übertreiben die Fahnder der Finanzkontrolle Schwarzarbeit bei der Wahl ihrer "Waffen", wenn sie Betriebe überprüfen?
Von Jörg Wiebking
500 Euro Bußgeld soll Unternehmer R. zahlen. Die Strafe ärgere ihn schon, dafür müsse er lange arbeiten, sagt der Chef eines Zwei-Mann-Betriebs. Doch vor allem steckt ihm in den Knochen, wie es dazu gekommen ist: Denn R. hatte Besuch von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS).
„Zuerst sind sie zu Viert auf die Baustelle gekommen, alle bewaffnet.“ Dort waren nur R. und sein Geselle zugange, also ließen sie sich von beiden die Papiere zeigen. Dann setzten die Fahnder eine Betriebsprüfung an. „Bei meiner Steuerberaterin stellten sie ihren grün-weißen Dienstwagen wie bei einem Polizeieinsatz quer vor die Tür.“ Drinnen klärten ihn zwei Bewaffnete über seine Pflichten auf: Er müsse kooperieren und seine Bücher vorlegen, sonst kämen sie mit einem richterlichen Beschluss wieder.
Schwarzarbeit fanden die Fahnder zwar nicht, aber einen Verstoß gegen die Meldepflicht: Der Geselle hatte auf den Stundenzetteln zwar die Arbeitsstunden notiert, nicht jedoch Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit. „Ich wusste nicht, dass das gegen das Entsendegesetz verstößt. Die Fahnder meinten nur, dann müsse ich halt das Bundesgesetzblatt lesen. Ich sei ja schließlich Unternehmer.“ Die Kontrolleure stellten R. eine Geldbuße in Aussicht, zusammen mit dem „Ratschlag“ auf einen Anwalt zu verzichten – das lohne sich bei der Strafhöhe sowieso nicht. Womit sie zwar recht haben, doch R. kam es wie Hohn vor. „Ich bin auch gegen Schwarzarbeit, aber dieses Auftreten mit Waffen und mehr oder weniger klaren Drohungen, das ist doch das Letzte.“
Ein Einzelfall scheint R.s Erlebnis nicht zu sein. „Dieses Auftreten ist nicht ungewöhnlich“, berichtet Bernd Hinrichs aus Aurich. Der Fachanwalt für Baurecht hat regelmäßig mit der FKS zu tun. Selbst wenn sich die Beamten zurückhalten: „Die Betroffenen empfinden die Waffen und das Drumherum in der Situation als sehr bedrohlich.“ Einige FKSler nutzen das aus, denn unter Stress entstehe so manche Aussage, die den Betroffenen später leid tut.
Das sieht Klaus Salzsieder von der zuständigen Bundesfinanzdirektion West in Köln etwas anders: Die Kontrolleure seien „bemüht, zivilisiert aufzutreten“. Die Bewaffnung diene dem „Eigenschutz“. Es sei nicht Ziel der FKS, bedrohlich zu wirken, „aber es kann schon passieren, dass im Streifendienst drei Beamte einen einzelnen Handwerker kontrollieren“.
Jurist Hinrichs rät Betroffenen, bei einer Betriebsprüfung „freundlich, kooperativ und rechtsbewusst“ zu reagieren, also: den eigenen Rechtsanwalt anrufen, mündliche Aussagen vorläufig verweigern, Zugang gewähren, gegen eine Beschlagnahme formal Widerspruch einlegen und möglichst vorher Kopien anfertigen. Mehr sollten sie allerdings nicht tun, warnt Hinrichs. „Denn die Fahnder können sich sonst auch mit Gewalt Zugang verschaffen.“


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25.08.2008
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Zaster gegen Zugluft
Die finanziellen Anreize für die Energie sparende Sanierung steigen. Doch der Markt verlangt nach mehr.
Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm 2008 ist um 500 Millionen Euro aufgestockt worden. Die Nachfrage nach den Mitteln hat seit Jahresbeginn spürbar angezogen. Deshalb sei die Finanzspritze das richtige Signal, meint Otto Kentzler, Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks: „Damit wird sichergestellt, dass Sanierungswillige auch in den kommenden Monaten auf zinsgünstige Förderkredite und Investitionszuschüsse zurückgreifen können.“ Kleiner Schönheitsfehler aus Kentzlers Sicht: Die Aufstockung in 2008 ist zeitlich begrenzt und damit nicht ausreichend. Für die ambitionierten energie- und klimapolitischen Zielsetzungen sei die energetische Sanierungsrate im Gebäudebestand „nach wie vor viel zu niedrig“. Die monetären Anreize müssten dauerhaft gesteigert werden. Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, welche Wirkung günstige Förderzinsen erzielen: Je niedriger der Zinssatz, desto höher war die Inanspruchnahme der geförderten KfW-Kredite und entsprechend auch das Sanierungstempo. Kentzler schlägt jetzt eine Energiesparprämie für umfassende Sanierungen vor. Seine Rechnung: Ein Steuerpflichtiger sollte bei nachgewiesenen Arbeitskosten von beispielsweise 20 000 Euro über fünf Jahre 25 Prozent dieser Kosten von der Steuerschuld abziehen können – also fünfmal jeweils 1000 Euro. (sfk)


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21.08.2008
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Zwischen Schlafzimmer und Schwarzarbeit
In deutschen Schlafzimmern: null Erregung. Auf deutschen Baustellen: explodierende Schwarzarbeit. Und da gibt es tatsächlich einen Zusammenhang.
Das zumindest meint welt.de-Kolumnist André Mielke. Seine Theorie untermauert er mit einem aktuellen Forschungsergebnis. Danach produzieren die Deutschen immer weniger Nachwuchs, weil der Sex allgegenwärtig sei: "Die Reizüberflutung in den Medien fordert ihre ersten Opfer."
Das mediale Dauerfeuer habe auch seine guten Seiten: "Glücklicherweise werden vom Fernsehen derart viele Gewaltverbrechen präsentiert, dass es den meisten Mitbürgern als unoriginell erscheint, missliebige Nachbarn mit abgesägten Schrotflinten hinzumetzeln."
Mielkes Schlussfolgerung: Die Leute suchen sich Delikte, die noch nicht in Action-Serien "bis ins letzte Detail entmystifiziert" worden sind. Und dazu zählt er "Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung".
Völliger Nonsens? Total an den Haaren herbeigezogen? Schon richtig. Andererseits häufen sich mal wieder die Schlagzeilen über aktuelle Erfolge der Schwarzarbeitsfahnder. "Schwarzarbeit boomt", vermeldet die Thüringische Neue Nordhäuser Zeitung. Und über "Viel falsche Arbeit" berichtet news-aus-baden.de. Im Kammerbezirk Konstanz habe sich die Zahl der Bußgeldbescheide innerhalb eines Jahres verdreifacht. Was in den Schlafzimmern der Regionen so los ist, bleibt aber unklar.
(sfk)


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19.08.2008
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Bei Betriebsübergabe Mord
Unfassbar: Zwei „Kollegen“ sollen einen Bestatter erschlagen und seine Leiche heimlich verbrannt haben.
Erich W. hatte sein Bestattungsinstitut im bayerischen Heroldsbach an einen seiner späteren Mörder verkauft – und vergeblich auf sein Geld gewartet, berichtet abendzeitung.de.
Ein Treffen mit dem Käufer und einem weiteren Bestatter am Ostersamstag 2007 wurde W. zum Verhängnis. Das Opfer sei noch im Besprechungsraum von den „Kollegen“ ermordet worden, teilt ein Nürnberger Justizsprecher mit.
Makaber: Offenbar ließen die beiden Bestatter die Leiche im Krematorium von Fürstenried bei Passau unter falschem Namen verbrennen. Da Erich W. zurückgezogen gelebt habe, wunderte sich anfangs niemand über das Verschwinden des 43-Jährigen. Erst nachdem Anfang 2008 in Bestatterkreisen Gerüchte um den Mord kursierten, stellte ein Freund des Opfers Strafanzeige.
(ja)


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15.08.2008
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"Saubermann" hinter Gittern
Wegen Sozialabgabenbetrug und Steuerhinterziehung muss der Chef eines Handwerksbetriebs drei Jahre ins Gefängnis. Sein Vermögen ist beschlagnahmt worden.
Um fast 700.000 Euro hat der 37-jährige Unternehmer aus München den Staat betrogen. Nach Ermittlungen des Zolls und Finanzamtes schleuste er in den Jahren 2000 bis 2005 mehrere Millionen Euro Löhne am Fiskus und an den Sozialkassen vorbei. Die Schwarzlöhne kaschierte er mit Schein- rechnungen. Diese stellte er sich mit fingierten Firmennamen selber aus. Oder Geschäftspartner schrieben sie ihm gegen Zahlung einer Provision.
Schaden für den Staat: mindestens eine Viertelmillion Euro Sozialabgaben, mehr als 200.000 Euro Lohnsteuer und über 200.000 Umsatzsteuer, die unrechtmäßig als Vorsteuer abgezogen wurden.
Bis sie den Gebäuderreiniger dingfest machen konnten, mussten sich die Ermittler in Geduld üben. Nicht nur die Rekonstruktion der tatsächlichen Lohnzahlungen habe viel Zeit in Anspruch genommen, heißt es. Auch die Fahndung nach dem Mann dauerte. Grund: Nach der Insolvenz seiner GmbH verduftete er in die Schweiz. Erst Anfang dieses Jahres schnappten ihn die Schwarzarbeitsbekämpfer in München.
Vor Gericht machte der Gebäudereiniger reinen Tisch. Nach einem "vollumfänglichen Geständnis" verurteilte ihn das Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Außerdem muss er den Schaden wieder gut machen. Schon vor dem Prozess wurde sein "greifbares Vermögen" einkassiert. Das könne für die Schadensregulierung verwendet werden, stellten die Richter klar.
(mfi)


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14.08.2008
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Faule Geschäfte bei McZahn?
Die Firma steht in Verdacht, Zahnersatz aus China mit Hilfe gefälschter Papiere vertrieben zu haben.
Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt wegen Urkundenfälschung und Verdacht des Betrugs, teilte Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Behörde mit. Die Ermittlungen laufen gegen drei Vorstandsmitglieder der Zahnarztkette. Ein Zahntechniker hatte die Ermittler auf die Spur gebracht. Der Handwerker arbeitete bis September 2007 für McZahn. Er hat unter anderem für den Zahnersatz aus China so genannte Konformitätserklärungen ausgestellt. Ohne diese Erklärungen dürfen Zahnärzte die Implantate aus Fernost nicht verwenden. Der Handwerker hatte im Frühjahr von Zahnarztkollegen erfahren, dass McZahn nach wie vor Konformitätsbescheinigungen auf seinen Namen ausstellt. Daraufhin hat er sich an die zuständige Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein (KZVNR) gewandt „Die KZVNR geht von Fälschungen aus“, bestätigte Baumert. Die Ermittler haben daraufhin die Zentrale von McZahn in Willingen durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. „Sicherheitskopien aus den Computern, Akten und Konformitätsbescheinigungen.“ Über die Qualität der Ware aus China lägen Baumert aber keinerlei Erkenntnisse vor. „Die Produkte müssen nicht schlecht sein“, sagt der Staatsanwalt. In diesem Fall gehe es lediglich darum, ob McZahn die Erklärungen oder das Wissen des Arztes ausgestellt hat. Sollte das der Fall sein, müsse die KZVNR einen abrechnungstechnischen Schaden von 860.000 Euro verbuchen. Das beschuldigte Unternehmen weist den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück. „McZahn hat nach gesetzlichen Vorschriften abgerechnet. Sämtliche Abrechungsunterlagen wurden von den zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen geprüft“ heißt es in einer Pressemitteilung. McZahn arbeitet mit der Dentalhandelsgesellschaft Silverline-Dental zusammen. Deren alleiniger Geschäftsführer ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied von McZahn, Werner Brandenbusch. Er sei einer der drei Männer, gegen die ermittelt wird. Bis Juni war er noch im Vorstand des Unternehmens, dann habe man sich „wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten mit den Investoren und den übrigen Mitgliedern des Vorstandes ausgeschieden“, heißt es in einer Mitteilung von McZahn. (ja)


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14.08.2008
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Erst asphaltiert, dann angeschmiert
Reisende Bautrupps versprechen, Grundstücksflächen billiger zu asphaltieren als der Wettbewerb. Die Kunden zahlen drauf.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg spricht von "Asphalt-Haien". Die Bautrupps behaupten, sie hätten Asphalt, der bei einem anderen Auftrag übrig geblieben sei, sagt die Sprecherin der Zentrale, Evelyn Keßler. Hausbesitzern böten sie an, mit dem Material den Weg oder die Hofeinfahrt billig in Schuss zu bringen.
Doch von preisgünstiger Leistung könne nicht die Rede sein, betont Keßler. Simpler Trick: Bei der Kalkulation wird mehr Fläche zugrunde gelegt, als nachher bearbeitet. Und das Geld verlangen die Schnäppchenanbieter sofort in bar.
Einen einfachen Trick verwenden sie auch, um nicht zur Nacharbeit gezwungen werden zu können: "In einem aktuellen Fall ist auf der Quittung statt der Firmenadresse nur eine Handynummer angegeben", schildert Keßler. Falls während der Gewährleistungsfrist Schäden auftreten, habe man keine Chance, seine Ansprüche geltend zu machen.
Woher kommen die Haie? "Von einem Trupp wissen wir, dass die Arbeiter mit ausländischem Akzent sprechen – englisch oder niederländisch." Ihre Fahrzeuge hätten Zeugenaussagen zufolge niederländische Kennzeichen, schildert die Verbraucherschützerin. Unterwegs seien die Bautrupps zurzeit nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch in Nordrhein-Westfalen.
(mfi)


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12.08.2008
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Tango korrupti in der Marzipan-Metropole?
Bürger und Betriebe in Lübeck wehren sich gegen eine Gewerbeansiedlung. Papiere, die ihnen zugespielt worden sind, weisen offenbar Merkwürdigkeiten auf.
Hat sich die Kommune verführen lassen? Nicht nur die Bürgerinitiative, die sich gegen das Bauvorhaben im Stadtbezirk Schönböcken stemmt, schöpft Verdacht. "Wir haben ein nichtöffentliches Dokument erhalten und Hinweise aus der Bevölkerung", sagt der Sprecher der Initiative, Bodo Olschewski. Das Material haben er und seine Mitstreiter "vom Antikorruptionsbeauftragten des Landes prüfen lassen". Ergebnis: "Der hat uns nahegelegt, die Staatsanwaltschaft einzuschalten."
Handwerker in der Klemme
Ob Politikern oder Beamten Entscheidungen möglicherweise finanziell versüßt worden sind, dazu will sich Olschweski nicht äußern. "Wir warten ab, was die Staatsanwälte feststellen." Fest steht für die Bürgerinitiative aber, dass die geplante Gewerbeansiedlung nicht in das Gebiet passe. Bis jetzt gebe es dort nur kleinere Gebäude, das längste sei 40 Meter lang. Laut Plan sollen neben anderen Bauten ein Hochregallager und ein Baumarkt aus dem Boden gestampft werden. Olschewski, der ein IT-Systemhaus betreibt, und die Chefs benachbarter Firmen – darunter mehrere Handwerker – befürchten negative Folgen für ihre Geschäfte.
Schlimm treffen würde es nach Einschätzung der Bürgerinitiative die Bewohner der nahe gelegenen Pflegeheime. Der Schallschutzplan sei kurios, heißt es. Zehn Brummis sollen künftig zwischen sechs und sieben Uhr morgens beladen werden. Der Lärmpegel sei sehr knapp kalkuliert in dem Plan, "völlig außer Acht gelassen" habe man den Lärm von Gabelstaplern. "Das ist doch menschenverachtend", schimpft Olschewski.
Dazu kommt der Baulärm. Seit vergangener Woche rollen die Bagger. "Wir können hier kaum noch arbeiten", klagen Unternehmer. Ein Antrag auf Baustopp sei eingereicht.
Eingeschaltet hat die Initiative auch die Kommunalaufsicht des Innenministeriums. Dabei geht es um den Preis für eine Teilfläche. Die Aufsicht sei gebeten worden zu prüfen, "ob es sich bei dem Verkauf von 7000 Quadratmetern Fläche zum Grünflächenpreis um eine versteckte kommunale Subvention handelt", sagt Olschewski. Der Stadtkasse entstünden "aufgrund des Verkaufs als Grünfläche Mindereinnahmen von bis zu 350.000 Euro". Andere Anlieger dagegen hätten nicht überbaubare Grünflächen zum regulären Preis erwerben müssen.
Wer benötigt so viel neuen Platz in Lübeck? "Ein großer Holzhändler will umsiedeln."
(mfi)


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07.08.2008
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Pfusch mit Brand vertuscht
Ein Münchener Heizungsbauer zündete das Haus ehemaliger Kunden an, während sie im Urlaub waren. Und muss jetzt dafür gerade stehen.
Johann W. gab vor Gericht zu, dass er am 28. August 2007 das „Jägerhaus“ in Bad Tölz in Brand gesteckt hat, berichtet abendzeitung.de. Menschen seien keine verletzt worden, der Schäden liege bei 250.000 Euro. Die Hausbewohner waren gerade im Urlaub, als der 49-jährige Handwerker an drei Stellen das Haus ansteckte. Sein Motiv? „Warum weiß ich nicht“, sagte der Angeklagte vor dem Kadi. Aber seines Pfusches war er sich offenbar bewusst. Denn im Kellergang habe er einen Computer und einen Laptop entzündet. Ihm sei klar gewesen, dass diese Rechner Lichtbilder seiner Installationen vor dem Verputzen enthielten, räumte er gegenüber den Richtern ein. Im Streit mit den Hauseigentümern habe der Angeklagte nach eigenen Angaben immer wieder eingelenkt und Mängel ausgebessert. Bei Zahlungen sei er der Familie entgegengekommen. Am Ende war noch eine Summe von 4500 Euro offen und eine zivilrechtliche Auseinandersetzung darüber, schreibt das Portal. Die Tat sei auch nicht von langer Hand geplant gewesen: Am Tattag wollte Johann W. eigentlich zum Fischen fahren und hatte dafür alles vorbereitet. Als er auf einem Straßenschild Bad Tölz las, bog er kurzerhand ab und legte den Brand. Das Ergebnis: voraussichtlich eine mehrjährige Haftstrafe. (ja)


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07.08.2008
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Im freien Fall
Aufraggeber wollen es billig – darunter leidet das Handwerk. Bauunternehmerin Monika Weidensdorfer hat gelernt, damit umzugehen. Und zieht jetzt Konsequenzen.
Sie habe viel weniger Mitarbeiter als früher. Das musste zwangsläufig so kommen, Denn: „Kunden wollen Schnäppchen, Gesetze werden geändert, Meisterzwänge gelockert, My Hammer und Co. geben den Ton an“, beklagt Weidensdorfer. Nach Ansicht der Unternehmerin aus Klingenthal muss man auch auf Hilfe von außen nicht hoffen. „Und glaubt man, per Gericht schneller an sein Geld zu kommen, dann sollte erst geprüft werden, ob man sich das finanziell leisten kann.“ Denn schnell ginge da gar nichts. Die Konsequenz: Der Baubetrieb arbeite jetzt nur noch mit direkten Auftraggebern zusammen und weise Aufträge von Bauträgern und großen Firmen, die nur an Subunternehmer weitergeben, ab. Den kompletten Leserbrief von Frau Weidensdorfer finden Sie hier.
Den Text "Knüppeln ohne Kohle" finden Sie hier.


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31.07.2008
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"Armes Deutschland bist du krank"
Obwohl die Leute voll arbeiten, können sie sich nicht über Wasser halten. "Eine Katastrophe", schreibt handwerk.com-Leserin Bärbel Hirschfeld. Die Bauunternehmerin spürt das am eigenen Leib.
„Gibt es noch mehr von unserer Sorte? Vielleicht sind wir auch nur zu doof, Geschäfte zu machen“, fragt sich Hirschfeld. Sie beklagt, dass vom Gewinn des Betriebes am Ende nichts auf dem Konto bleibt. „Vom Gewinn abgerechnet wird die Krankenversicherung etwa zur Hälfte.“ Und wenn sie die Kunden länger mit dem Bezahlen der Rechnungen hängen ließen, bliebe gar nichts mehr übrig. Der Gang zum Sozialamt blieb bei Hirschfeld somit nicht aus. Doch Hilfe hat sie dort nicht bekommen. Keiner dort konnte ihr sagen, wovon sie die verschlissenen Maschinen bezahlen soll. Und Geld als Unterstützung? Fehlanzeige. Hirschfelds verzweifeltes Fazit: “Wir backen jetzt kleine Brötchen, wir haben mittlerweile leider alle Arbeitnehmer entlassen müssen und bilden auch nicht mehr aus.“ Ihren ganzen Leserbrief finden Sie hier
Den Text "Knüppeln ohne Kohle" finden Sie hier . (ja)

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