22.07.2010
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Offensiv auf Medien reagieren

Reporter am Telefon? Tief durchatmen!

Wegen 27,60 Euro in den Schlagzeilen – der Fall des Berliner SHK-Meisters wirft eine entscheidende Frage auf: Wie sollen sich Chefs verhalten, wenn völlig unerwartet ein Journalist anruft? Die Antwort gibt eine ehemalige stern TV-Redakteurin.

 - Foto: Bilderbox
Foto: Bilderbox

Olaf Mende ist – wie berichtet – nicht mit der Berichterstattung des Berliner Boulevardblatts B.Z. über seinen Betrieb einverstanden. Beim Telefonat mit einer B.Z. Journalistin hatte der SHK-Meister das Gefühl, dass er mit dem Rücken an der Wand stand: "Jedes falsche Wort könnte am nächsten Tag in der Zeitung stehen.“

Ist das die richtige Reaktion? Wie können sich Chefs verhalten, wenn völlig unerwartet ein Journalist anruft? „Tief durchatmen, ruhig bleiben – das ist der erste Empfehlung in meinen Veranstaltungen“, antwortet Katrin Röpke. Die ehemalige stern TV-Redakteurin kennt beide Seiten, sie ist Medientrainerin für Führungskräfte und coacht Journalisten in ihrem Interviewverhalten.

Der Reporter, weiß Röpke, will auch nur seinen Job erledigen: „Der Betriebsinhaber muss sich klar machen, wie gut es ist, dass er eine Stellungnahme abgeben kann.“

Im Gespräch selbst könne jeder Chef auf seine Erfahrungen aus dem alltäglichen Verhandlungsgeschäft zurückgreifen. Röpkes Tipp: „Gehen Sie selbstbewusst und positiv in die Offensive. Nur keine Scheu vor Fragen – Sie müssen schließlich ganz genau wissen, um was es geht.“ Was ist das für ein Medium? Welche Zielgruppe soll erreicht werden? Was genau hat der Journalist vor?

Aber auch das muss einem Handwerker klar sein: Er kann es zwar thematisieren, dass er den Artikel vor Abdruck gegenlesen möchte – ein Recht darauf hat er nicht. Letztlich muss er darauf hoffen und daran mitarbeiten, dass er richtig dargestellt wird.


(sfk)

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