"Renitente Kunden"
Blick über die Grenze: In der Schweiz kommen Arbeitsvermittler prima mit stellensuchenden Handwerkern klar und verzweifeln an arbeitslosen Bankern.
Blick über die Grenze: In der Schweiz kommen Arbeitsvermittler prima mit stellensuchenden Handwerkern klar und verzweifeln an arbeitslosen Bankern.
"Entlassene Banker gelten in den Arbeitsvermittlungszentren als renitente Kunden", schreibt die Schweizer Boulevard-Zeitung Blick. Viele entlassene Banker würden ihren Frust an den Beratern der Vermittlungszentren auslassen.
"Es ist unglaublich, welche Arroganz einige Banker an den Tag legen und uns beschimpfen, nur weil sie glauben, ihren Bankerlohn samt Bonus weiterhin zu kriegen", zitiert der Blick eine Arbeitsvermittlerin. "Diese Leute glauben, eine 5-Zimmer-Wohnung an der Goldküste sei ihr Menschenrecht."
Auch ein anderer Arbeitsvermittler hört immer wieder den Satz "Für diesen Lohn arbeite ich nicht". Dabei sei in solchen Situationen Flexibilität angezeigt: "Handwerker sind da viel eher bereit, auch mal eine Zeit lang Fenster zu putzen." Die Banker müssten jetzt bereit sein, schlechter bezahlte Stellen anzunehmen.
Der "Zoff" sei auch deshalb entstanden, weil die Arbeitsberater "bislang zu 90 Prozent Handwerker beraten" haben und plötzlich dreimal so viele Banker vermitteln müssen wie noch im Vorjahr.
(sfk)
