Neue Studie
Reduzierte Mehrwertsteuer kostengünstig umsetzbar
Brüssel hat sie erlaubt, Berlin winkt ab. Jetzt belegt eine Studie, dass sich der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Handwerkerleistungen praktisch von selbst finanziert.
Die Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auf so genannte "arbeitsintensive Dienstleistungen" würde zu Mindereinnahmen von etwa 1,43 Milliarden Euro führen. So steht es in einer neuen Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh).
Tatsächlich dürften die "Kosten" dafür aber noch weit geringer ausfallen, sagt Ullrich Kornhardt vom ifh. Denn die Steuererleichterung würde sich nach Einschätzung des Experten durch die so entstehende zusätzliche Nachfrage quasi selbst finanzieren.
Damit entkräftet der stellvertretende Geschäftsführer des ifh das Hauptargument der Bundesregierung gegen die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf Handwerkerleistungen.
"Der Finanzaufwand ist bescheiden"
Kornhardt setzt sogar noch eins drauf: "Verglichen mit den Finanzhilfen für die erst kürzlich beschlossenen Konjunkturpakete erscheint der Finanzaufwand für den ermäßigten Mehrwertsteuersatz geradezu bescheiden."
Und noch mehr spricht der Studie zufolge für die Einführung: Es sei mit "erheblich positiven Nachfrage- und Beschäftigungseffekten" im Handwerk zu rechnen. Gleichzeitig würde dadurch die Schattenwirtschaft zurückgedrängt werden, erwartet der Wissenschaftler. Denn auch wenn der Kostenvorteil der Schwarzarbeit zumindest teilweise erhalten bliebe, darf der psychologische Effekt einer deutlichen Mehrwertsteuerreduzierung von 19 auf sieben Prozent nicht unterschätzt werden.
Wie berichtet , müssen die Hoteliers in Deutschland seit Herbst des vergangenen Jahres nur noch sieben Prozent Mehrwertsteuer an den Staat abtreten.
(ha/ja)

1 Kommentar zu "Reduzierte Mehrwertsteuer kostengünstig umsetzbar"
Ich finde die Regelung für das Gaststättengewerbe super. Nun muß man sich fragen , warum nicht die gesamte Dienstleistungsbrange, wieder nur bestimmte Gruppierungen. Wo bleibt das Gleichheitsgesetz? Die Friseurbrange kämpft schon lange um die 7 % Klausel! Aber warscheinlich fehlt dieser Brange der politische Freund in der Regierung. Oder? Die Studie in den europäischen Staaten haben auch bewiesen, das es sich für alle lohnt. Ob Regierung oder Gewerbe. Schenkt den Abgeordneten mal eine Brille, damit sie auch über den Tellerrand schauen können mfg Ein Friseurmeister