18.02.2010
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Preisverfall

Rabattaktionen ärgern Betriebe

Null-Prozent-Finanzierung, "Neujahrsgeld", 77 Prozent Rabatt – so werben immer mehr große Möbelhäuser. Damit machen sie kleinen Betrieben das Leben schwer.

 - Foto: Bilderbox
Foto: Bilderbox

Aber auch in Schreinereien fragen Kunden nach Rabattmöglichkeiten, betont der Innungsvorstand der Schreinerinnung Fürstenfeldbruck, Anton Huber. „Ein gewisser Spielraum ist sicherlich vorhanden, aber Reduzierungen in Höhe von 70 Prozent sind schlicht unseriös.

Soviel Rabatt kann man nur geben, wenn vorher preislich etwas draufgeschlagen wurde.“ Über diese Strategie der Möbelhäuser ärgert sich der Schreinermeister. Kunden achteten häufig nur auf den Preis anstatt auf die Qualität: „Und dann haben wir natürlich keine Chance.“

Hermann Krätzer, Tischlermeister aus Hannover, hat andere Erfahrungen gesammelt: „Meine Kunden fühlen sich von dieser ‚Geiz ist geil‘-Taktik nicht besonders angesprochen.“ Aber auch er ärgert sich über die Strategie der Möbelhäuser: „Rabatte in dieser Höhe sind unrealistisch. Man darf die Leute auch nicht für dumm verkaufen.“

Was hält Huber den Dumping-Angeboten entgegen? „Eines kann die Konkurrenz trotz Rabattschlachten nicht bieten: Individualität. Und das wird vielen Kunden immer wichtiger.“

An dem Punkt setzen auch „Die Möbelmacher“ aus dem Nürnberger Land an. „Wir führen unsere Kunden durch die Werkstatt, lassen sie jeden Produktionsschritt hautnah erleben. Das können Möbelhäuser nicht bieten“, erläutert Mitarbeiter Mathias Deinhard. Dazu kommen diverse originelle Aktionen. Der Schreiner weiß: „Man muss die kreative Seite von Tischlereien herausstellen. Dann kommen die Kunden auch weiterhin in die kleinen Betriebe.“

(nbi)

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