02.07.2009
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Praxistipps für das Bankgespräch

Die Finanzierungslage im Handwerk hat sich Umfragen zufolge deutlich verschlechtert. Doch nicht alle klagen über die Banken. Was machen solche Betriebe anders? Experten zeigen, wie es geht.

Die Finanzierungslage im Handwerk hat sich Umfragen zufolge deutlich verschlechtert. Doch nicht alle klagen über die Banken. Was machen solche Betriebe anders? Experten zeigen, wie es geht.

Die aktuellen Umfragewerte der KfW klingen dramatisch: 35 Prozent der befragten Unternehmen berichten, dass sich der Zugang zu Krediten erschwert habe. Besonders stark leiden Handwerksbetriebe. Mehr als die Hälfte berichtete von Problemen, überhaupt noch Kredite zu bekommen.

Doch solche Umfragen zeichnen nicht das ganze Bild. Von positiven Erfahrungen berichtet etwa Manfred Hein von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland. Ob Investitionsvorhaben oder Liquiditätsengpass: "Ich habe nicht festgestellt, dass Volksbanken oder Sparkassen Unternehmen fallen lassen", berichtet de Betriebsberater. Sein Tipp: Wer frühzeitig und gut vorbereitet zur Bank geht, hat bessere Chancen. "Unternehmer müssen ihre Erfolgsaussichten glaubhaft anhand von Planungsrechnungen darlegen können."

Worauf es konkret ankommt, erläutert Lars Runge von der Hannoverschen Volksbank. Als Bereichsleiter für das Firmenkundengeschäft hat Runge ständig mit Handwerksbetrieben aller Größenordnungen zu tun. Seine Erfahrung: "Stimmen der Eindruck vom Unternehmer und die Bonität, dann gibt es auch keine Probleme."

Banker erwarten jetzt Voraussicht

Doch etwas hat sich geändert: der Informationsbedarf. Die Bonität vieler Betriebe sei zwar in den vergangenen zwei Jahren besser geworden, doch angesichts der Krise reiche das Bilanzbild 2008 nicht aus, sagt Runge "Da stehen oft noch gute Zahlen drin, während die Auftragsbücher leider leer sind." Wichtig für die Kreditentscheidung mitten in der Krise sei eine Vorschau auf die nächsten ein bis zwei Jahre: Wie werden sich die Zahlen entwickeln? Wie wirkt sich die Krise auf die Branche und das Unternehmen aus? Wie kann ein Unternehmen auf der Umsatzseite gegensteuern - etwa durch Akquise oder über die Preise? Und wo kann es sparen, wenn das nicht ausreicht: bei den Betriebsausgaben, bei den Mitarbeitern, bei Investitionsvorhaben?

Was die Banken sonst noch erwarten, verrät Lars Runge:

Ehrliches Auftreten: Es kommt nicht darauf an, wie sich ein Kreditnehmer kleidet. Wichtiger als die Frisur ist, wie gut er sein Unternehmen und die Zahlen kennt. Kann er Fragen beantworten oder muss er für jede Kleinigkeit seinen Berater fragen?

Aktualität: Unternehmen sollten Unterlagen zeitnah und vollständig präsentieren: So empfiehlt Runge kleineren Unternehmen mit durchschnittlich fünf Mitarbeitern, die Bilanzen des Vorjahres jeweils bis zum 30. Juni vorzulegen. BWAs erwartet Runge mindestens quartalsweise und "möglichst vollständig, also auch mit Abschreibungen und halbfertigen Arbeiten".

Liquiditätsplanung: Die nächsten drei Monate sollten Handwerker im Blick haben. Im Prinzip genügen Monatswerte, sagt Runge, doch wenn es eng wird, ist die Umstellung auf swöchentliche Daten erforderlich.

Fast ebenso wichtig wie die gute Vorbereitung scheint es, gravierende Fehler zu vermeiden - wie zum Beispiel die Salamitaktik [...mehr]

 
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