22.03.2011
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Praxistest Renault Kangoo Rapid Maxi

Der lange Franzose

Eine Schönheit ist der Kangoo noch nie gewesen. Riesige Scheinwerfer glotzen aus einer knubbligen ­Karosse, im Innenraum dominiert Plastik. Der Rest beugt sich strikt dem ­Diktat "form follows function". Die wahre Liebe wächst hier erst nach dem zweiten Blick.

Der Kangoo Rapid Maxi ist um stolze 39 Zentimeter in die Länge gegangen. Im vorliegenden Fall wurde dies zur Ausstattung als Doppelkabine genutzt. Was auf den ersten Blick gar nicht auffällt, so geschickt wurde der Wachstumsschub auf Karosserieseiten kaschiert. "Reichlich Platz, selbst wenn fünf Leute an Bord sind." Tischlermeister Matthias Warneke aus Barsinghausen hat den Lieferwagen einige Tage getestet. Und Licht und Schatten gefunden.

Sparsamer Motor
Auf der Habenseite stehen eindeutig Motor und Fahrleistungen. Der sparsame 1,5 Liter große Diesel genehmigt sich trotz Größenwachstum nur rund 5,3 Liter Kraftstoff. "Der Motor ist kräftig genug, um auch bei Autobahnfahrten bestehen zu können", stellt der norddeutsche Tischler fest. Die Höchstgeschwindigkeit von 159 km/h reizte Warneke zwar nicht aus, doch gerade auf der Beschleunigungsspur sorgte der 86 PS starke Vierzylinder für adrenalinfreie Einfädelungen.

Guter Komfort
Auch in Sachen Komfort überzeugte der Kangoo. "Das reicht völlig, und das Navi ist wirklich gut“, lobte der Tischler-Tester das optional erhältliche TomTom-Gerät, welches mit einem Aufpreis von nur 410 Euro das billigste fest eingebaute Gerät am Markt ist. Die gute Dämmung sorge bei Autobahnfahrt nicht für Hör­stürze, und der Federungskomfort stimme auch, so Warneke, auch wenn der Kangoo "nicht an eine Ente heranreiche". Was heutzutage auch nicht wirklich absatzförderlich wäre. Schließlich wollen nicht nur 1478 kg Leergewicht, sondern auch noch 677 kg mögliche Zuladung sicher durch die Gegend geschaukelt werden.

Sicher an Bord
Im Bereich Sicherheit will der Maxi nicht nur mit ABS glänzen. Optional ist jetzt auch ESP an Bord. Gerade für die Langversion sind die 300 Euro keine unnütze Mehrausgabe. Eher der Sicherheit der eigenen Knautschzone geschuldet ist die Einparkhilfe, die gerade beim Maxi das Rangieren in engen Parklücken erleichtert.
Gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung des Radios, denn neben den üblichen Tasten finden suchende Finger der rechten Hand einen kurzen Taktstock versteckt hinter dem Lenkrad. Hier lassen sich Sender, Lautstärke oder Audio-Quelle einstellen. Wer sich dran gewöhnt hat, der kann sich kaum noch umstellen, muss er in "normalen“ Autos wieder zum Radio greifen, wenn er es bedienen will.

In welchen Punkten dieser Kangoo nicht so überzeugt, lesen Sie hier...

 
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