03.08.2012
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Teil 2: Der neue Daily als Schreinermobil

Praxistest: Der Heavy-Metal-Italiener

Iveco ist in Europa der zweitgrößte Lkw- und größte Dieselmotorenhersteller. Im Umgang mit Schwermetall sind die Turiner also versierte Größen. Das merkt man ihrem „Kleinsten“ auch an. Die Tischlerei Helms aus Lemgo nahm den Italiener mit dem schwäbischen Innenleben unter die Lupe.

von Lutz Odewald

 - Barchen und Helms (v.l.)
Barchen und Helms (v.l.)

An dem ist alles eben ein bisschen gröber“, fasst Stephan Helms seine Erfahrungen mit dem „Superman-Mobil“ zusammen.
Der Lemgoer Tischler und sein Betriebsleiter Bolko Barchen haben dem Iveco Daily mit der aufsehenerregenden Beklebung einige Tage auf den Zahn gefühlt.

Superman on tour
Zur Verfügung stand den beiden ostwestfälischen Tischlern der neue Daily mit dem Schreinerausbau „exakt“ von Sortimo.
Doch bevor die Handwerker auf die inneren Werte des Transporters eingingen, schilderten sie mit breitem Schmunzeln ihre Erfahrungen im Alltag: „Mit der Superman-Beklebung bist Du überall tatsächlich im Zentrum der Aufmerksamkeit. Da wird jeder Ferrari blass“, grinst Bolko Barchen. „Und bei den Kindern bist Du damit sowieso der Star.“
Die würden sich wahrscheinlich auch nicht an der hohen Ladekante stören, die beim Heckantrieb konstruktionsbedingt unvermeidlich ist. „Trotzdem, die ist schon gewaltig hoch.“ Dafür punktet der Daily, der in der Klasse zwischen 3,5 bis 7 Tonnen an den Start geht, mit seinem Handling: „Das ist sogar besser als bei unserem Ducato“, stellt Stephan Helms mit Erstaunen fest.

Handicap an Bord
„So richtig flott ist er aber nicht. Da geht der Ducato ja besser, und der ist schon zwölf Jahre alt“, kritisiert Tischler Barchen. Doch das vermeintlich fehlende Temperament ist dem Ballast geschuldet, welches der Daily mit sich trug. Da er zuvor bei einem Transporter-Test an den Start gehen sollte, schleppte er knapp zwei Tonnen Nutzlast mit sich herum. Und wer würde da nicht ein wenig kurzatmig werden?
Im Gegenteil: Mit dem Wissen um das bleierne Handicap im Frachtraum ist das Temperament des per Sechsganggetriebes flott schaltbaren 2,3-l-Turbomotors mit 146 PS ganz erstaunlich. Immerhin haben wir es hier mit einem „Eco“-Motor mit Start-Stopp-Automatik und serienmäßigem Dieselpartikelfilter zu tun. Und diese Art Motor genießt in Sachen sportiver Fahrweise normalerweise nicht gerade den optimalen Ruf. Der Verbrauch erfreut jeden Sparfuchs: Nur knapp acht Liter genehmigt sich der neue Daily im Normverbrauch.

Heißes Innenleben
Von der Verarbeitung und dem Interieur des Daily zeigten sich die beiden Ostwestfalen durchaus angetan. Die an Bord befindliche Klimaanlage allerdings hätte sich Stephan Helms gespart: „Wir fahren fast nur kurze Strecken, die bräuchten wir nicht.“
Während das Cockpit mit viel Ablagefläche und guter Ergonomie punktet, wurde der Laderaum mit seinem Sortimo-Ausbau von den Fachleuten natürlich genauer unter die Lupe genommen. „Die Spannstangen sind super. Und auch Verarbeitung und Platzangebot des Regals sind ein Traum“, waren sich Helms und Barchen einig.
Doch ganz so kritiklos ging es dann doch nicht ab. Denn das durchsichtige Dach erntete zwar auch Lob („So hell wie in einer Werkstatt“), doch Stephan Helms hatte es sich nicht nehmen lassen, hier einmal genauer zu messen. „Stolze 56 Grad haben wir an den Alu-Teilen des Regals gehabt“, beleuchtete der pfiffige Praktiker die Schattenseiten des transparenten Daches.

Fazit
Das abschließende Urteil der beiden Tester fällt trotz einiger Kritikpunkte positiv aus. Da die Firmenwagen in der Regel nur rund 12 000 Kilometer pro Jahr aufgebrummt bekommen, wäre der Heavy-Metal-Italiener dank robuster Bauweise und moderner und sparsamer Motoren tatsächlich eine Option.

Daten im Überblick:
Iveco Daily
Version: Höhe H2, Länge L2
Motor: 2,3 l Diesel mit 146 PS
Getriebe: 6-Gang
Antrieb: Heckantrieb
Verbrauch: angegeben 7,96 l/100 km
Preis: ab 32500 € (inkl. MwSt.) in dieser Version

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