29.07.2010
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Auftragsportale

Lob für neue MyHammer-Grundgebühr

Ohne monatliche Gebühren läuft nichts mehr bei den führenden Auftragsportalen: 19,99 Euro kostet es bei MyHammer, 9,99 Euro bei Blauarbeit. Manche Handwerker finden das sogar richtig gut.

Große Aufregung, seit MyHammer vor einer Woche die kostenlose Basismitgliedschaft abgeschafft hat. Manche Betroffene haben im Web schon ihren Ausstieg angekündigt. Andere sehen in der Grundgebühr gar den Anfang vom Ende für MyHammer.

Was ist passiert? Monatliche Grundgebühren gibt es bei MyHammer zwar schon seit einem Jahr, doch bislang waren Auftragnehmer davon ausgenommen, die nur bis zu einem Auftragsvolumen von 500 Euro mitbieten wollten. Doch nun verlangt das Portal für diese Basismitgliedschaft 19,90 Euro im Monat. Zuzüglich Provisionen, falls Aufträge zustande kommen.

"Die sollen Ihre Preise verzehnfachen"
Doch nicht jeder Handwerker findet die Gebühren schlecht: handwerk.com-User JG zum Beispiel rechnet damit, dass die Grundgebühren Freizeithandwerker und Schwarzarbeiter vertreiben werden: "Wer mault da jetzt hauptsächlich herum? Richtig, das Kroppzeuch." Er jedenfalls habe nichts dagegen, dass so "langsam ausgemistet wird" .

handwerk.com-User Jörg Tuguntke scheint das ähnlich zu sehen. "Die sollen ihre Preise verzehnfachen!", kommentiert der Elektromeister die neue Grundgebühr.

Auch auf myhammer.de gibt es zwischen vielen Kritikern ein paar positive Äußerungen: User Nelen zum Beispiel findet "das Angebot Top. Dann habe ich es wenigstens mit weniger Unseriösen unserer Branche zu tun."

Und User Dirk Müller ergänzt: "So werden diese Hobbybastler und Schwarzarbeiter allmählich aus der Plattform gedrängt, und ein fairer Wettbewerb unter den Unternehmen kann entstehen ... Auch im Internet sollte man sich von der Mentalität verabschieden, dass alles kostenlos ist."

Grundgebühr auch bei Blauarbeit
Wer sich nach einer kostenlosen Alternative umsieht, dürfte es derzeit schwer haben: blauarbeit.de hat ebenfalls eine monatliche Grundgebühr eingeführt: 9,99 Euro kostet dort die "Starter-Mitgliedschaft".

Jahresverträge bei Quotatis
Wer bei quotatis.de an Aufträge kommen will, kann das Portal drei Monate testen, berichtet Quotatis-Content-Managerin Natalie Harapat. Wer dann dabei bleiben will, muss einen Jahresvertrag abschließen.

Von Quotatis erhalten die Handwerker jeden Monat Auftragsanfragen von Kunden. Bezahlen müssten die Handwerker zwischen 19 und 30 Euro je Angebotsanfrage. Die genaue Höhe hänge vom Gewerk ab, berichtet Harapat. Bei Maler-Anfragen würden 19 Euro fällig, bei Photovoltaik-Anfragen 29 Euro. Mindestabnahme-Menge: zehn Anfragen pro Monat. "Ob es mehr werden soll, entscheidet der Kunde selbst."

Ein Maler kommt demnach auf mindestens 190 Euro Kosten pro Monat - unabhängig davon, ob ein Auftrag zustande kommt. Es sei denn, bei Quotatis liegen nicht so viele Auftragsanfragen vor. "Zahlen muss der Kunde nur für die Anfragen, die wir tatsächlich an ihn weiterleiten", sagt Harapat. "Gibt es in einem Monat keine Anfragen, dann zahlt der Kunde in diesem Monat auch nichts."

Laut Harapat hat Quotatis die Jahresverträge im Dezember 2009 eingeführt, auf der Website steht davon allerdings noch nichts.

Oder wollen Sie lieber um Aufträge pokern?
Zudem stehen neue Anbieter bereit, die grundgebührenfreie Lücke zu füllen: auftragspoker.de zum Beispiel lockt seit Monaten mit einem neuen Kostenmodell ohne Grundgebühr und Provision.

Umsonst gibt es Aufträge dort allerdings auch nicht: In Live-Pokerrunden im Web pokert der Auftraggeber mit Auftragnehmern um den Preis. Eingesetzt werden Spielchips (sogenannte Paypokis) - und für die muss der Auftragnehmer zahlen.

So richtig scheint das bislang aber weder Kunden noch Handwerker zu überzeugen: Ganze 36 neue Aufträge listet die Seite aktuell.

Und wie schätzen Sie die Grundgebühren der Auftragsportale ein? Schaden oder nutzen Sie dem Handwerk? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

(jw)

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1 Kommentar zu "Lob für neue MyHammer-Grundgebühr"

  1. Tobias Claren - 15.10.2010, 05:03 Uhr (Kommentar melden)

    Ein "PC-Schrauber" ohne eigene Webseite bezeichnet seine Konkurrenten als "Kroppzeuch"?! Auch wenn viele gerne behaupten so eine Seite zu betreiben wäre sehr kostenintensiv, sollte es möglich sein eine einfache Webseite kostenlos angeboten durch Werbung zu finanzieren. Eine Buchhaltung usw. lkann man sich ja sparen. Es braucht nur einen Betreiber mit Ahnung vom verwendeten System und die Seite läuft von selbst und der greift nur ein, wenn Probleme auftreten. So wie ein php-Forum einmal installiert eigentlich ewig läuft, wenn es keine Datenfehler auf der Platte des Hosters, oder gesscheiterte Ausbauversuche gibt (fehler...). Evtl. gibt es sogar ein kostenloses Script dass man installieren kann. Wenn nciht speziell für Handwerkerauktionen dann z.B. ein Rückwärtsauktion-Script. Das könnte es geben. Domain registrieren, Webspace besorgen, installieren und los gehts. Eine Plattform auf der die Auftraggeber, die noch vor Jahren alles besser fanden, ihre Aufträge einstellen und jeder kann darauf bieten. Schon ein Forums wie phpBB oder eine Kommentarfunktion in einem CMS würden das ermöglichen. Auktionse bieten evtl. keine Auswahlmöglichkeit. Der Billigste bekäme den Zuschlag. Der AG sollte aber natürlich die Möglichkeit haben auszuwählen. In einem Forum schreibt der AG einen neuen Beitrag, und die AN setzen ihre Angebote drunter. Oder als "Blog". Der AG eröffnet einen Eintrag, und die Angebote kommen als Komentare. Oder man bastelt sich etwas ähnliches mit einem "CMS" (Content Management System). Aber das bietet dann evtl. auch nicht mehr als mit einfachen ForenBlog-Scripten. Außer dass der Betreiber noch nebenbei ein paar Infoseiten, News usw. einbinden kann. Das klingt erst mal recht simpel und "Experten" bezeichnen es evtl. als planlos, aber wenn es mit so wenig Einsatz funktioniert AG und AN zusammen zu führen, ist das ein Fakt. Es gibt halt "Kroppzeuch" das für jede Webseite einen "Businessplan" braucht, und sich nicht vorstellen kann dass eine Webseite keinen Gewinn abwerfen muss. Im einfachsten Fall sind es €3MonatDomain ohne Webspace, bei Nutzung eines Forendienstes. Ich "höre" schon die entsetzten Stimmen der "Qualitäts"-DienstleisterHandwerker D .