16.02.2010
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Marketing

Kundenkarten lohnen sich nicht nur für Bäcker

Kundenkarten sollen Kunden binden und Umsatz bringen. Auch für Bau- und Ausbaugewerke kann die Lösung interessant sein.

Ob Supermarkt, Parfümerie oder Tageszeitung - immer mehr Unternehmen, locken mit einem kleinen Bonus, um Kunden zu binden.

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Der Nutzen: Kundenbindung und Umsatz
Doch was bringen solche Kundenkarten? „In erster Linie geht es um Kundenbindung“, berichtet Tanja Dibke von der Marketingagentur Feinwerberei aus Elsfleth. Neukunden dürften Unternehmen davon jedoch nicht erwarten, zusätzlichen Umsatz hingegen schon.

Die Branchen: Für alle geeignet
Und für welche Gewerke lohnen sich solche Kundenbindungssysteme? „Am meisten können davon Betriebe mit vielen, häufig wiederkehrenden Stammkunden profitieren: Bäcker, Fleischer und Friseure zum Beispiel“, berichtet Dibke. Gerade für solche Betriebe lohne sich eine eigene Kundenkarte.

Doch auch für andere Gewerke, etwa im Bau-und Ausbaubereich, böten Kundenkarten eine Chance, immer wieder mit den Kunden in Kontakt zu kommen, sagt Dibke.

Die Chance: Service aufwerten
Ein Tischler zum Beispiel könne nach dem Einbau neuer Fenster eine Kundenkarte überreichen, verbunden mit dem exklusiven Service, einmal im Jahr kostenlos die Beschläge nachzustellen. „So kommt man regelmäßig wieder in Kontakt, und oft ergeben sich bei solchen Gelegenheiten neue Aufträge, für die ein Kunde sonst vielleicht nicht anrufen würde.“

Die Planung:Vorher genau kalkulieren
Damit Kundenkarten den gewünschten Effekt haben, müssen sich Handwerker vor der Einführung einige Gedanken machen über attraktive Prämien, Aufwand und System:

  • Kundennutzen: „Kundenkarten müssen einen Zusatznutzen bieten“, betont Dibke. „Einfache Rabatte ziehen nicht mehr.“ Interessante Prämien, Einladungen zu speziellen Events, oder besondere Produkte und Serviceleistungen exklusiv für Besitzer der Kundenkarte seien viel attraktiver.

  • Kalkulation: Damit Umsatz und Aufwand im richtigen Verhältnis stehen, sollten Unternehmer die Prämien genau durchrechnen. „Das können zum Beispiel Serviceleistungen sein, die ein Betrieb sonst vielleicht kostenlos erbringen würde“, schlägt Dibke vor. So würde dieser Service aufgewertet und von den Kunden besser wahrgenommen. Sinnvoll sei es auch, den Besitzern von Kundenkarten Preisvorteile für Leistungen und Produkte einzuräumen, deren Umsatz der Betrieb fördern will. „Das sollte man eventuell gemeinsam mit einem Steuerberater oder einem Unternehmensberater durchrechnen.“

  • Aufwand: Es muss nicht unbedingt eine Karte mit digitalem Chip sein, denn solche Systeme kosten viel Geld. Sie lohnen sich vor allem für Betriebe mit vielen Standorten, aber auch für Firmen, die das Kundenverhalten genau analysieren wollen, um Angebot und Einkauf darauf abzustimmen. „Aber wer die Daten nicht auswerten will, der kann auch ebenso gut mit einem Sammelheft oder einer Stempelkarte beginnen“, sagt Dibke.

Alternative: Gemeinschaftskarte
Wer den Aufwand für eine eigene Kundenkarte scheut, kann sich einer regionalen oder Citycard anschließen, wie es sie zum Beispiel für die Region Weyhe-Stuhr-Syke gibt (www.wss-card.de). Das könne auch für Betriebe mit weniger Kundenkontakten wie in den Bau- und Ausbaugewerken interessant sein. „Ein Kunde, der so eine Karte regelmäßig nutzt, der denkt vielleicht auch beim nächsten Auftrag an den Maler, bei dem er über die Karte einen kleinen Vorteil bekommt.“

Wer mit den richtigen Prämien lockt, kann sich die Karte sogar vom Kunden mitfinanzieren lassen. Wie die Bäckerei Hanisch in Wunstorf das macht, lesen Sie auf der nächsten Seite.

 
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