10.09.2009
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Alternativen zur Bank

Kredite unter Kollegen

Wenn die Hausbank streikt, helfen sich Unternehmer schon mal gegenseitig mit Krediten. Doch wie sichern sie sich dabei ab?

von Jörg Wiebking

Ende 2008 wollte Frank Großkopf den fallenden Aktienkursen nicht länger tatenlos zu sehen. Der Elektrotechnikermeister aus Fleckeby suchte nach alternativen Anlagemöglichkeiten - und steckt seitdem einen Teil seines Kapitals in andere Betriebe. Dazu nutzt der 29-Jährige den Kreditmarktplatz smava.de. im Internet. "Das ist eine interessante Möglichkeit, wie man sein Geld selbst steuern kann", betont der Unternehmer. Großkopf achtet dort nicht nur auf Bonität und Verzinsung, sondern auch darauf, wie sinnvoll die Vorhaben sind, an denen er sich beteiligt: "Das sollten seriöse und sinnvolle Projekte sein, zum Beispiel Existenzgründer, die Startkapital benötigen." Da es immer nur um kleine Beträge geht, bleibt das Risiko für den Handwerker überschaubar.

Wie im Fall einer Bauunternehmerin, die ihren geleasten Firmenwagen ablösen wollte, dafür jedoch von der Bank keinen Kredit bekam. Bei Smava fand sie schnell 14 Anleger, die ihr insgesamt 12.000 Euro zur Verfügung stellten. Frank Großkopf ist mit 500 Euro dabei, dafür bekommt er zehn Prozent Zinsen. Inzwischen hat Großkopf ein Dutzend Kredite auf Smava vergeben. Und wenn die Unternehmerin nicht zurückzahlen kann? "Solche Verluste teilen sich alle Geldgeber auf Smava, dafür zahlen wir einen kleinen Risikoaufschlag", berichtet Großkopf.

So sichern Sie sich ab
Nicht nur im Internet leihen und verleihen Unternehmer größere und kleinere Beträge. Doch anders als bei Smava sind Geldgeber dann auf sich allein gestellt, wenn sie Risiken absichern und Konditionen vereinbaren wollen. Worauf es dabei ankommt, verrät der hannoversche Rechtsanwalt Uwe Kappmeyer vom Vorstand des Deutschen Anwaltsvereins:

Vertrag: "Wer ein Darlehen vergibt, und Wert auf die Rückzahlung legt, sollte das unbedingt schriftlich regeln", rät Kappmeyer. Das gelte unter Freunden und Bekannten ebenso wie im engsten Familienkreis. Denn kommt es zum Schlimmsten, dann habe der Geldgeber ohne einen Vertrag vor Gericht keine Chance. Der Vertrag sollte konkret die Darlehenskonditionen benennen: den Betrag, den Zinssatz, Laufzeit und Rückzahlungsmodalitäten wie zum Beispiel Ratenzahlungen. "Bevor das nicht klar geregelt ist, sollte kein Geld fließen", rät Kappmeyer.

Sicherheiten: Sicherheiten sind bei privaten Darlehen nicht zwingend erforderlich, können jedoch sinnvoll sein, berichtet Kappmeyer: Verfügt der Kreditnehmer zum Beispiel über einen Firmenwagen oder Maschinen, die frei von Rechten Dritter sind, so verschwinde diese Sicherheit nicht in der Insolvenzmasse.

Bürgschaft: Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich von Bürgen des Kreditnehmers alternativ auch eine Bürgschaft geben lassen.

Zinsen: Nutzt der Kreditnehmer das Darlehen betrieblich, so kann er die Zinsen als Betriebsausgaben absetzen. Allerdings nur, wenn sie vertraglich vereinbart und auch gezahlt wurden. Besonders wichtig in solchen: Die Zinsen müssen marktüblich sein, sonst erkennt sie der Fiskus nicht an. Der Kreditgeber muss den Zinsertrag hingegen versteuern.

Krisenmaßnahmen: Kann der Kreditnehmer das Darlehen nicht zurückzahlen, so hat der Geldgeber verschiedene Möglichkeiten. Ideal sei es, wenn der Schuldner ein "vollstreckbares notarielles Schuldanerkenntnis" unterzeichnet, sagt Kappmeyer. "Das sichert den Anspruch für 30 Jahre." Vertragen sich beide Seiten nicht mehr, so könne auch ein Schieds- oder ein Mediationsverfahren zu einer einvernehmlichen Lösung führen. Und wenn das nicht fruchtet? "Dann bleibt noch der Weg vor Gericht bis hin zur Vollstreckung", sagt Kappmeyer.

Weitere Infos: smava.de

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