12.04.2012
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Mit Arztkosten erst zur Krankenkasse

Krank auf Kosten der Steuerzahler?

Auch wenn es für Sie finanziell vielleicht günstiger wäre: Bevor Sie Krankheitskosten von der Steuer absetzen dürfen, müssen Sie erst aus Ihrer Krankenkasse herausholen, was möglich ist.

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Foto: BilderBox.com

Krankheitskosten akzeptiert das Finanzamt nur, wenn sie zuvor bei der Krankenkasse eingereicht wurden.

Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Urteil vom 31. Januar 2012, Az. V 1883/11) in einem aktuellen Urteil entschieden. Damit machen die Richter all jenen einen Strich durch die Rechnung, die Krankheitskosten bei der Steuererklärung angeben, jedoch nicht bei der Krankenkasse einreichen, um von dieser eine Beitragserstattung zu erhalten.

Geklagt hatte ein Ehepaar, das Krankheitskosten von fast 5000 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend machen wollte. Das Ehepaar rechnete vor, dass es sowohl für das Finanzamt als auch für sie selbst günstiger sei, die Kosten nicht bei der Versicherung einzureichen.

Die Richter ließen sich darauf nicht ein. Eine "außergewöhnliche Belastung" bestehe grundsätzlich nur dann, wenn die Kosten den Steuerzahler tatsächlich wirtschaftlich belasten. Das sei jedoch nicht der Fall, wenn die Krankenkasse die Kosten erstatte. Dann würde eine zusätzliche Steuerersparnis gleich doppelte Entlastung bedeuten.

Wenn ein Steuerpflichtiger – wie in diesem Fall – die Möglichkeit habe, sich durch Rückgriff auf die Versicherung die Kosten ganz oder teilweise ersetzen zu lassen, sei eine Abwälzung der Kosten auf die Allgemeinheit nicht gerechtfertigt.


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(jw)

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