31.07.2012
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Blutige Steine

Kinderarbeit kein Argument?

Auf den Friedhöfen der Stadt Kehl sollen keine Grabsteine aufgestellt werden, die mit „ausbeuterischer Kinderarbeit“ produziert werden. Steinmetzbetriebe klagen gegen die Verordnung. Ist das nachvollziehbar?

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Foto: BilderBox.com

„Wir sind alle gegen Kinderarbeit – aber das ist zu viel.“ Mit diesem bemerkenswerten Satz zitiert das Internetportal stimme.de den Obermeister der Bildhauer- und Steinmetz-Innung Kreis Ortenau, Egon Meffle. Er gehört zu den Steinmetzen, die derzeit vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gegen die Stadt Kehl klagen.

Im November des zurückliegenden Jahres hatte der Kehler Gemeinderat eine neue Friedhofssatzung erlassen. Dort steht: „Es dürfen nur Grabmale aufgestellt werden, die nachweislich in der gesamten Wertschöpfungskette ohne ausbeuterische Kinderarbeit […] hergestellt sind.“

Aus Meffles Sicht resultiert aus dieser Vorgabe „faktisch“ ein Verbot von Steinimporten. Begründung: Die Wertschöpfungskette reiche „vom Steinbruch in Indien über den Hersteller der Schneidemaschinen bis zum Bronzebergwerk in Südamerika für Bronzeelemente.“ Kleine Handwerksbetriebe könnten das nicht dokumentieren: „Da ist die große Politik gefordert.“

Kinderblut an der Rathausfassade – lesen Sie Seite 2.

 
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