15.10.2012
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Interview

Oma-Trick I: "Ich war richtig erschrocken"

"So etwas habe ich noch nicht erlebt"

Service-Eiszeit
Die Leistungen der Berliner Techniker war miserabel.
Service-Eiszeit - 
Foto: BilderBox.com

Kundenproblem? Das müssen Sie erklären.
Wolf: Der Kunde, der glaubt, dass ihm einer etwas schenken kann, liegt klar daneben. Ich habe 15 Mitarbeiter, die stehen bei mir in Lohn und Brot, die wollen am Monatsende pünktlich ihr Geld. Ich kann keine Anfahrt verschenken, kein Ersatzteil, ich kann keine großen Rabatt-Aktionen starten. Da gibt es dieses alte Sprichwort: 'Rabatt, Rabatt, was soll ich sagen, wurd' meistens vorher draufgeschlagen'.

Das heißt, dass die mangelnde Wertschätzung und die Schnäppchenmentalität von Kunden zu Berliner Verhältnissen führen kann?
Wolf: Als Handwerker würde ich das so unterschreiben, ja.

Aber wie geht denn ein Kunde vor, der die Arbeit von Handwerkern wertschätzt und gute Betriebe sucht?
Wolf: Wie in Bad Honnef, man muss sich umhören. Ein A.A.A.-Notdient ist nicht unbedingt die beste Empfehlung. Da hat eine neue Kundin von mir kürzlich für den Tausch einer Sicherung 350 Euro bezahlt. Wenn meine Leute an einem Feiertag den Notdienst übernehmen, nehmen wir auch einen Zuschlag. Aber das können wir den Leuten erklären – und das teilen wir ihnen auch vorher mit.

Was war denn Ihre erste Reaktion, als Sie die "Kollegen" in der Küche von Oma Penski erlebt haben?
Wolf: Ganz ehrlich, ich war richtig erschrocken. Ich bin nach dem ersten Drehtag nach Hause gekommen und habe meinen Jungs gesagt, Leute, so etwas habe ich noch nicht erlebt – was für ein Haifischbecken. Ich habe für den WDR auch schon Betriebe in Köln getestet, aber das ist alles harmlos im Vergleich zu dem, was ich in Berlin erlebt habe.

Kleiner Nachtrag: Nach diesem Gespräch drängen sich Fragen auf, die wir dem ZDF stellen werden. Warum wird in der Auftaktfolge der Serie "Der Oma-Trick" mit keiner Silbe erwähnt, dass ausschließlich Betriebe in Berlin getestet worden sind? Müsste den Redakteuren nicht klar sein, dass sie über ein Großstadtphänomen berichtet haben? Ist es nicht völlig sinnfrei über Berliner Verhältnisse und spezialisierte Abzocker zu informieren, ohne das Thema (die unseriöse Arbeit von "Einsammlern") für den Zuschauer genauer einzuordnen? Und ist das nicht wiederum ein geradezu fahrlässiger Umgang mit dem Image des Handwerks? Über die Antworten der ZDF-Pressestelle halten wir Sie auf dem Laufenden.

Leserstimmen zum Thema lesen Sie hier.

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(sfk)

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2 Kommentare zu "Oma-Trick I: "Ich war richtig erschrocken" "

  1. Uwe - 17.10.2012, 17:52 Uhr (Kommentar melden) Antworten

    Ich würde Herrn Wolf recht geben. Je kleiner der Ort, desto bekannter ist man in der Umgebung, und dementsprechend wird es auch sehr schnell bekannt wenn man solche Abzocker Methoden benutzt. Hier in Oldenburg ( ca. 165000 Einwohner ) halten sich solche Firmen meistens nur 2 - 3 Jahre, dann ist der Markt abgegriffen, bzw. es hat sich rumgesprochen das eine Firma nicht seriös ist. Ich glaube das der einfache Handwerksbetrieb noch zu den Ehrlichsten Gewerben unter allen zu zählen ist, und vor allem Vorsicht geboten ist, wenn man es mit Gewerben in Roben oder Anzügen zu tun hat. Dort ist die Abzocke so zum Sandart geworden das sich keiner mehr aufregt und es einfach machtlos hinnimmt.

  2. Frank Brotmann - 16.10.2012, 15:00 Uhr (Kommentar melden) Antworten

    Wie hieß die Sendung? Oma-Trick oder Zuschauer-Trick? Mit dem 2. sieht man besser? Soll das heißen, die öffentlich rechtlichen Sender reihen sich nun ein zu den Rambos der Effekt-Hascher? Und fast passgenau zur neuen Gebühren-Zwangsverpflichtung.