04.05.2009
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Unternehmensberater im TV

Hilft Hagen wirklich?

Fall II: Salon Stylence, Marburg

Friseurmeisterin Tanja Fischbach hat sich mehr von ihrem Auftritt im Fernsehen versprochen. „Nachdem die Sendung lief, kamen die Kunden sogar aus Frankfurt und haben sich hier frisieren lassen“, erinnert sich die 25-jährige Unternehmerin. Aber das hielt nicht lange an, der erhoffte Effekt blieb aus. Fischbach kritisiert, dass der TV-Unternehmensberater mit Ideen und Aktionen kam, die nicht für jeden Betrieb anwendbar seien. Während des Drehs seien Konfliktsituationen künstlich erzeugt und schließlich so zusammengeschnitten worden, dass falsche Tatsachen entstanden. Die Vorher-Nachher-Show, die Hagen anregte sei ein besonderes Ärgernis gewesen. Denn es habe sich niemand angemeldet. Eine Aktion für Abiturienten, die Fischbach unabhängig von dem Dreh in ihrem Salon abhielt, sei als voller Erfolg des Unternehmensberaters verkauft worden. Sie hingegen habe in der Sendung des Öfteren als Trottel dagestanden.

Hilmar Bärmann zieht eine positive Bilanz aus dem Besuch von Stefan Hagen. Auch wenn sich „großartig nichts geändert hat“ seit der Sendung. „Am meisten hat mir die Werbung gebracht, ich bin jetzt viel bekannter als vorher.“ Den Vorschlag des Unternehmensberaters, sonntags die Bäckerei zu öffnen konnte er nicht lange beibehalten. „Das hat sich nicht gelohnt, 40 Euro sind übriggeblieben. Das stand in keinem Verhältnis zum Aufwand“, resümiert Bärmann. Ein echter Erfolg: Mit Hagens Hilfe habe er bei der Bank einen Zahlungsaufschub um ein Jahr erreicht.

Das Verhältnis zu seinem Vater hätte Thomas Mayer ohne Hagen nicht in den Griff bekommen. Der KabelEins-Mann hat die Wogen geglättet und aufgezeigt, wer Chef der ist. Doch der Metzgermeister weist darauf hin, dass auch Hagen einen Betrieb nicht in vier bis sechs Wochen umkrempeln kann. Im Nachhinein habe er profitiert: „Hagen hat uns einen Unternehmensberater empfohlen, mit dem wir erfolgreich zusammenarbeiten“, berichtet Mayer. Kritisch sieht er, dass in der Sendung die Zahlen geschönt wurden. Mittlerweile sei jedoch ein dickes Plus in der Kasse und dafür sei er dankbar.

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