06.02.2012
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Tipp: Vorfälligkeitsentschädigung kontrollieren!

Hat Ihre Bank richtig gerechnet?

Sie wollen einen Kredit früher zurückzahlen? Für Banken eine schöne Gelegenheit, nahezu risikofrei abzukassieren - und dabei verlangen sie oft zu viel! Diese Rechte und Warnsignale sollten Sie kennen.

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Foto: BilderBox.com

Die Zinsen sind niedrig, so manche Firmenkasse ist gut gefüllt: Ist das nicht der richtige Zeitpunkt, alte, teure Kredite vorzeitig zurückzuzahlen?

Doch den Ausstieg lassen sich Banken gerne durch eine Vorfälligkeitsentschädigung vergolden. Dazu haben sie meist das Recht – es handelt sich schlicht um eine Entschädigung für entgangene Zinsen. Nicht selten fordern die Kreditgeber allerdings zu viel. "Wir haben hier immer wieder Fälle in der Beratung, bei denen die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung strittig ist", berichtet Wolfgang Miethke, Betriebsberater der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen.

"Kaum eine Bank rechnet korrekt ab" - Aufschläge bis zu 100 Prozent
Eine Einschätzung, die Professor Klaus Wehrt von der Hochschule Harz bestätigt: "Nach meinen Erfahrungen berechnen Banken die Vorfälligkeitsentschädigung in neun von zehn Fällen nicht korrekt", sagt Wehrt, der als Gutachter solche Kalkulationen überprüft.

Durchschnittlich 25 Prozent zu viel verlangten die Banken, doch auch Aufschläge von bis zu 100 Prozent seien nicht selten.

Wie kann man das feststellen?
Eine Faustformel gibt es dafür leider nicht. "Das ging vor einigen Jahren noch, doch seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen die Banken nicht mehr mit Einheitszinssätzen arbeiten", berichtet Wehrt. Nun gelte für jeden Monat der Darlehensrestlaufzeit ein anderer Anlagezinssatz. "Ich kann auch nicht mehr auf Anhieb erkennen, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung zu hoch kalkuliert wurde", berichtet der Experte.

Auch wenn ein Kreditnehmer ein entsprechendes Programm im Internet nutzt, bringe ihn das nicht unbedingt weiter. "Wenn man einfach nur die Daten aus der Berechnung der Bank übernimmt, kommt da am Ende meistens das gleiche Ergebnis heraus", warnt Wehrt. Die überhöhten Beträge kämen nicht durch Rechenfehler zustande, sondern durch falsche Übertragung der Vertragsabsprachen.

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