09.03.2010
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Ungewöhnliche Überweisung

Handwerksbetrieb spendet wie ein Großkonzern

93.489 Euro. Diesen Betrag hat ein Berliner Bauunternehmen der CDU gespendet. Da drängen sich Fragen auf.

Mehr als zehn Millionen Euro sind 2009 als so genannte "Großspenden" auf das Parteikonto der CDU geflossen. Diesen Ausdruck der Großzügigkeit können sich nur wenige Menschen oder Institutionen leisten, denn gemeint sind Beträge ab 50.000 Euro.

Die anderen Parteien waren 2009 weniger "erfolgreich". FDP: 3 692.110,21 Euro. CSU: 3 666.522,24 Euro. SPD: 1 937.587,49 Euro. Grüne: 240.004 Euro. Die Linke ist die einzige Partei des Deutschen Bundestages, die nicht auf den Großspender-Listen auftaucht.

Die Namen der meisten Großspender sind wohlbekannt. 2009 hat die Daimler AG der Union 150.000 Euro überwiesen, von der Deutschen Bank kamen 200.000 Euro, Johanna Quandt und ihre Tochter Susanne Klatten haben jeweils 150.000 Euro gespendet.

Inmitten der Riege der Großkopferten tauchen aber auch Namen auf, die nicht jeder kennt. Dazu gehört die Gießner Bauunternehmung GmbH in Berlin. Laut Firmenhomepage ein "ein kleines bis mittelständiges Unternehmen mit ca. 10 Mitarbeitern".

Wir haben dem Geschäftsführer des Handwerksbetriebes Fragen gestellt. Warum hat er das Geld an die CDU überwiesen? Und ist eine Spende von mehr als 90.000 Euro nicht ungewöhnlich für einen Betrieb dieser Größe?

Leider hat Detlef Gießner die Gelegenheit für eine Stellungnahme bislang nicht genutzt.

Dass die Motive der Spender nach der Veröffentlichung durch den Bundestag "unklar" bleiben, konstatiert auch die Immobilien Zeitung. Immerhin habe Gießner in einer Größenordnung gespendet, die "selbst für Großkonzerne nicht selbstverständlich" ist. Der "Berliner Sanierer" sage zu seinem "üppigen Geschenk" nur so viel: "Das war eine Eintagsfliege."

(sfk)

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